HOLSTEINISCHER COURIER
Windhose: Eine Spur der Verwüstung
Dätgen / Nortorf. Es war kurz, heftig und laut. Zur besten Sonntagnachmittags-Kaffeezeit war es über Dätgen gestern mit der Ruhe vorbei. Nach einem sintflutartigen Regenguss zog eine Windhose eine Schneise der Verwüstung durch das Dorf. Mehrere Bäume wurden entwurzelt oder abgeknickt, Straßenlaternen brachen ab wie Streichhölzer, ein Schornstein löste sich und fiel auf ein Auto. Zwei weitere Bäume beschädigten Fahrzeuge und in einem Fall krachte eine alte Weide in ein Wohnhaus.
Aufatmen gab es in der Gemeinde nach der ersten Begutachtung aller Schäden: Niemand wurde verletzt. Dem Unwetter schloss sich ein Großeinsatz der Freiwilligen Feuerwehren Dätgen und Nortorf an. Dätgens Gemeindewehrführer Bernd Hameister forderte die Unterstützung aus der Nachbarstadt an, um schnell helfen zu können. Die Drehleiter der Nortorfer Wehr erwies sich als unverzichtbare Hilfe bei der Beseitigung gleich mehrerer Schadensfälle.
So fegte die Windhose an der Schule durch mehrere Linden und Birken und brach armdicke Äste ab, die jedoch in luftiger Höhe hängen blieben und herunterzufallen drohten. Feuerwehrmann Mathias Gerhardy betätigte sich als Baumfäller und beseitigte aus dem Korb der Drehleiter die Gefahren.
Die zweite spektakuläre Einsatzstelle lag wenige hundert Meter weiter. Im Garten von Jürgen und Sabine Lucas hielt eine alte Weide dem enormen Wind nicht mehr stand und kippte aufs Wohnhaus. "Es ist zum Glück nur Sachschaden", sagte Sabine Lucas, während die Feuerwehr den Baum zerlegte und mit einem Greifzug vom Haus holte. "Der Regen kam wie eine weiße Wand auf uns zu und dann knallte es auch schon", schildert sie das erchreckende Erlebnis. Ähnlich ging es Siggi Lange. Auch er sah die Regenwand kommen und hörte einen Knall. Auslöser war der Schornstein seines Hauses, der abknickte und herabstürzte auf seinen dort abgestellten VW Caddy. "Totalschaden", so die erste Bilanz des Autobesitzers. Glück hatte er jedoch, dass Mitarbeiter des benachbarten Metallbaubetriebes sofort zur Stelle waren und das Loch in seinem Dach sofort mit einer Plane abdichteten.
In Nortorf selbst blieb die Schadensbilanz klein. Lediglich in der Hohenwestedter Straße musste ein Keller gelenzt werden. Und die Unterführung unter Bahnlinie drohte zunächst voll zu laufen, jedoch schalteten sich die dort fest installierten Pumpen noch rechtzeitig ein, so dass die Feuerwehr nicht mehr eingreifen musste.
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