HOLSTEINISCHER COURIER
Rendsburg fährt doppeltes Geschütz auf
Neumünster / Rendsburg. Die Stadt Rendsburg marschiert an zwei Fronten gegen Neumünster: Mit einer Normenkontrollklage und einer einstweiligen Anordnung soll das Fabrikverkaufszentrum DOC verhindert werden. Nach Angaben von Rendsburgs Bürgermeister Andreas Breitner stehen elf weitere Kommunen hinter ihm. Finanziert wird das Normenkontrollverfahren von den Städten Rendsburg, Bad Segeberg, Heide und Elmshorn.
Grund für den Widerstand sind die angeblichen Auswirkungen auf den Handel in Rendsburgs Innenstadt. "Unsere Innenstädte dürfen nicht zu Freilichtmuseen mutieren. Ein DOC zerschlägt die weitgehend homogene und intakte Einzelhandelsstruktur in Schleswig-Holstein", sagte Breitner.
Da das Verfahren sich lange hinziehen könnte und keine aufschiebende Wirkung hat, gehen die Städte gleichzeitig auf einem weiteren Weg gegen die unliebsame Konkurrenz vor: Noch vor Jahresende soll beim Oberverwaltungsgericht Schleswig eine einstweilige Anordnung erwirkt werden. "Wenn wir die haben, dürfte keine Baugenehmigung erteilt werden", sagte Breitner.
Juristischer Ansatzpunkt ist nach Aussage des Rendsburger Hauptausschuss-Vorsitzenden Klaus Brunkert die Landesplanung. "Es gibt darin sinngemäß die Auflage, dass anderen Innenstädten nicht mehr als zehn Prozent Umsatzeinbuße zugefügt werden darf. Zudem muss eine Innenstadt-Anbindung vorhanden sein", sagte Brunkert. Die Neumünsteraner Innenstadt-Anbindung bezeichnete er als "Taschenspielertrick".
Breitner sieht die DOC-Genehmigung durch das Land im Zusammenhang mit dem Citti-Park in Kiel: "Der ist gegen heftige Bedenken auch aus Neumünster gebaut worden. Ich betrachte das DOC als kleinen Wiedergutmachungs-Bonbon, der einen ruinösen Wettbewerb auslöst." Das könne man Rendsburg und anderen Städten nicht zumuten.
Dass Neumünsters Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras Rendsburg nach der Klage die Freundschaft gekündigt hat ("Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit kann ich mir für lange Zeit nicht mehr vorstellen, die Basis ist zerbrochen"), lässt Breitner kalt: "Es geht hier um die Zukunft unserer Stadt."
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