HOLSTEINISCHER COURIER

 

Jens Rahn: "Kant wird mich weiter beschäftigen"

27. Januar 2010 | 04:20 Uhr | Von Rolf Ziehm

Jens Rahn an der Büste des Namenspatrons Immanuel Kant. 16 Jahre leitete er das Gymnasium. Morgen wird er verabschiedet. Foto: ziehm

Neumünster. 22 Jahre lang war Jens Rahn (63) an der Immanuel-Kant-Schule tätig: 1974 als junger Referendar, dann als Physik- und Mathe-Lehrer bis 1980. Nach einer Station am Gymnasium Elmschenhagen bewarb er sich 1994 als Oberstudienrat für die Schulleiterstelle und bekam den Posten. Jetzt geht der gebürtige Kieler, der mit seiner Frau in Kiel wohnt, in den Ruhestand.

Als wichtigsten Erfolg in seinen 16 Jahren als Schulleiter verbucht Rahn die Entwicklung zur offenen Ganztagsschule. "Wir haben von Anfang an einen umfangreichen außerunterrichtlichen Bereich gehabt", sagt er und verweist stolz auf die Bläserklassen und die darauf aufbauende Schul-Bigband. Und bei Wettbewerben wie "Daniel Düsentrieb" der TU Hamburg belegten Kant-Schüler regelmäßig erste Plätze.

Begabtenförderung ist ein Markenzeichen der Schule

Rahn: "Als 2005 das Thema offene Ganztagsschule aufkam, haben wir uns gesagt: Im Grunde erfüllen wir schon alle Bedingungen." Bauliche Meilensteine waren 2003 die Fertigstellung der großen Sporthalle und der neuen Aula. Im vergangenen Jahr wurde die Mensa eingeweiht. Wichtige Markenzeichen der Schule sind für Rahn die Begabtenförderung und die Präventionsarbeit. "Das Motto des Schulprogramms stammt von Kant und ist auch mir zur Handlungsmaxime geworden - 'Durch keine Ursache in der Welt kann der Mensch aufhören, ein frei handelndes Wesen zu sein'", sagt Rahn. Es sei heute noch modern, "ja überlebenswichtig, sich diesem Anspruch zu stellen".

Der große Philosoph wird ihn auch im Ruhestand weiter beschäftigen. Rahn ist Mitglied der Kieler Kant-Gesellschaft. Und er möchte seine künstlerische Ader in der eigenen Töpferwerkstatt wieder mehr zur Geltung kommen lassen. Neben gemeinsamen Reisen mit Ehefrau Bettina möchte sich Rahn als Pensionär ehrenamtlich im Sozial- oder Umweltbereich engagieren. "Wo genau, ist noch offen", sagt er. Die Immanuel-Kant-Schule sieht Jens Rahn für die Zukunft gut gerüstet - auch weil es einen nahtlosen Chefwechsel gibt. Rahns Nachfolgerin ist Elke Jönsson und war zuvor stellvertretende Schulleiterin in Kaltenkirchen.


 

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