HOLSTEINISCHER COURIER

 

Diese Boostedter wollen in den Seniorenbeirat

30. Oktober 2009 | 04:10 Uhr | Von Helmut Friebel

Am kommenden Dienstag können die Boostedter ab 60 Jahre den Seniorenbeirat wählen. Vier "alte Hasen" und ein Neuling haben bereits ihre Kandidatur angekündigt.

Otto Burmeister hat den Herd entdeckt und will auch im Seniorenbeirat (sich) rühren. Fotos: hf

2004 aus der Taufe gehoben, hat sich der Seniorenbeirat in Boostedt längst etabliert. Er ist eine feste Größe als Bindeglied zwischen den älteren Bürgern und der kommunalen Selbstverwaltung, aber auch Ansprechpartner für die Probleme der Senioren. Verschiedene Vortragsveranstaltungen wurden organisiert. Jetzt steht die Neuwahl des Gremiums für die dritte Legislaturperiode an. Für den kommenden Dienstag, 3. November, wurden alle Bürger, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, zur Seniorenversammlung in den Hof Lübbe um 15 Uhr geladen. Im Mittelpunkt steht die Wahl des fünfköpfigen Gremiums.

Nach der jüngst von der Gemeindevertretung beschlossenen Satzungsänderung wurde die "Amtszeit" auf drei Jahre verlängert. Auch können sich Kandidaten noch auf der Versammlung melden, bisher mussten die Vorschläge vier Wochen vorher bei der Verwaltung eingereicht werden.

Fünf Boostedter haben bisher ihre Kandidatur erklärt. Vorsitzende Elke Steen sowie Elke Kohrt, Harald Kobabe und Dirck Boyens stellen sich wieder zur Wahl, eine Kontinuität in der Arbeit des Gremiums scheint damit gewahrt. Mit Otto Burmeister taucht ein neuer Name auf. Walter Wolf scheidet auf jeden Fall aus, er verzichtet auf eine erneute Kandidatur.

Die 70-jährige Elke Steen ist eine Frau der ersten Stunde, leitet seit Beginn die Geschicke der Vertretung und will eine dritte Amtsperiode anhängen. Die gebürtige Kielerin kam 1970 nach Boostedt, sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und eine Enkeltochter. "Im Prinzip hat sich unsere Arbeit ausgezahlt", resümiert sie. Gleichzeitig unterstreicht sie die gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und seinen Ausschüssen, in denen der Beirat Rederecht hat. Viel wichtiger noch ist ihr die Sozialarbeit. Und wenn sie dann noch Zeit hat, kümmert sie sich um den großen Garten am Heidenbarg. "Das ist mein großes Hobby", sagt sie.

Elke Kohrt (69) ist Vorsitzende des Sozialverbandes in Boostedt und achtet sehr auf Fitness. Einmal die Woche geht es zur Gymnastik ins Studio. Sie ist verwitwet, hat vier Kinder, vier Enkel und einen Urenkel. In Neumünster geboren, kam sie 1960 nach Boostedt, wo am Krützkamp ein Haus gebaut wurde. Als die Kinder größer waren, arbeitete sie als Lkw-Fahrerin. Eines ihrer Hobbys ist der Schießsport mit dem Luftgewehr. Liebevoll betreut sie die drei Bart agamen ihres Sohnes, die jüngsten Hausgenossen.

Harald Kobabes größtes Anliegen ist es, Seniorenarbeit mit Jugendarbeit zu vereinen. Der 74-Jährige hat bis jüngst der Kinderhilfe Rasselbande vorgestanden und den Verein durch eine schwierige Zeit geführt. Sein neuestes Projekt verbindet er gleich mit seinem größten Hobby. Zusammen mit einigen anderen Senioren hat er an der Boostedter Schule eine Schach-AG gegründet. "Die läuft prima", stellt er zufrieden fest. Schach ist der einzige Sport, dem der ehemalige Florettfechter, Ruderer und Turniertänzer heute noch nachgeht. Er ist verheiratet, hat eine Tochter und zwei Enkelkinder. Generationsübergreifend will er auch in der nächsten Legislaturperiode, seiner zweiten, arbeiten. "Mein größter Traum ist, dass an den Ortseingängen ein Schild steht: ,Boostedt - senioren- und kinderfreundliche Gemeinde'", sagt er.

Dirck Boyens (81) ist gelernter Landwirt und ein Boostedter Urgestein. Seit 52 Jahren ist er verheiratet, hat fünf Kinder und zehn Enkel. Und er ist weit gereist. Als Fernfahrer war er in ganz Deutschland unterwegs, kennt jeden Winkel der alten und neuen Bundesländer. Seine Touren mit dem Lkw führten ihn aber auch nach Skandinavien oder Frankreich. Heute als Rentner ist der Garten an der Friedrichswalder Straße sein großes Betätigungsfeld. Mit der elektrischen Heckenschere bringt er alle Büsche in Form. "Wir haben mit dem Seniorenbeirat etwas bewegt", meint er, und deshalb will er weiter mitarbeiten.

Neu in das Gremium will Otto Burmeister. Mit 65 Jahren könnte er der Benjamin werden. Seit 1966 verheiratet, kam er 1974 in Boostedt und baute am Neenkamp ein Haus. Zwei Kinder hat er und "einmal bin ich schon Opa". Nach eigenem Bekunden hat er "das halbe Leben im Knast verbracht". Als gelernter Schlosser war er in Neumünster Vollzugsbeamter. Seit 30 Jahren spielt er aber auch Tennis beim TCB. Im Sommer mit der Mannschaft in der Bezirksliga, im Winter in der Verbandsliga. Als neues Hobby hat er das Kochen entdeckt und rührt kräftig in den Töpfen und Pfannen. "Ich warte ab, was da im Seniorenbeirat auf mich zukommt", meint er.



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