HOLSTEINISCHER COURIER
Neumünster
39 Senioren-Wohnungen für Tungendorf
Die Baulücke an der Ecke Unterjörn/Am Kamp wird geschlossen. Hier entstehen acht Einheiten für ein generationenübergreifendes Wohnprojekt. Hinter den Eigentums-Doppelhäusern sind 31 seniorengerechte Wohnungen im Atrium-Stil geplant. Foto: Krüger
Neumünster. Die Stadt wird älter, und die städtische Wobau stellt sich auf den demografischen Wandel ein. Sie plant auf einem Areal zwischen dem Lavendelweg, Am Kamp und Unterjörn in Tungendorf 39 seniorengerechte Miet einheiten für betreutes Wohnen. Der Baubeginn des 3,3 Millionen Euro teuren Projekts soll im Herbst sein.
"Wir bauen zwei verschiedene Wohnformen", erläuterte Wobau-Chef Uwe Honsberg das Projekt. Einen griffigen Namen gibt es noch nicht. Honsberg: "Wir nennen es Atrium-Häuser Tungendorf." Am Kamp/Lavendelweg sind 31 eingeschossige Wohnhäuser in eben diesem Stil mit großzügigen Innen- und Außenhöfen geplant. Es gibt dort drei Bauvarianten als 1,5-, 2- und 2,5-Zimmerwohnungen mit Wohnflächen zwischen 46 und 52 Quadratmetern für ein bis zwei Personen. Die Wohnungen werden barrierefrei und seniorenge recht ausgestattet sein und großzügige Duschen haben, die auch mit einem Rollator befahrbar sind. Wunschpartner für die ambulante Betreuung ist die Diakonie. "Wir haben mit ihr in der Böcklersiedlung gute Erfahrungen gemacht", sagte Honsberg.
Weitere acht Einheiten für generationenübergreifendes Wohnen sind an der Ecke Unterjörn/Am Kamp geplant. "Wir schaffen damit eine Wohnform, die es als Mietobjekt in Neumünster noch nicht gibt", sagte Honsberg. Die Doppelhauseinheiten am Unterjörn messen 91 Quadratmeter Wohnfläche und sind für Familien mit Kindern geeignet. Nach hinten, zum Garten hin, schließen sich bis zu 62 Quadratmeter große Wohnungen für die Generation der Eltern oder Großeltern an. "Räumlich getrennt, aber doch zusammen", nannte Honsberg das Konzept, das eine Lücke in Tungendorf schließe. Honsberg: "Die Leute wollen in ihrem Stadtteil bleiben und hier alt werden, und wir als Wobau wollen stärker in Tungendorf als Vermieter und Partner auftreten."
Für die Neubauten mussten die letzten Schlichtbauten aus dem Jahr 1950 weichen. Die Stadt hat mit einem Bebauungsplan bereits die Grundlage für das Vorhaben gelegt. Das vereinfachte B-Planverfahren soll Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Die Wobau will dann den Bauantrag stellen und im Herbst loslegen. Die letzten Einheiten dürften dann Anfang 2014 fertiggestellt sein.
Zur Finanzierung sicherte sich die Gesellschaft ein zinsgünstiges Darlehen über 1,95 Millionen Euro aus dem Programm für Kfw-55-Niedrigenergiehäuser von der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Der Rest sind Eigenmittel. Die Planungen sollen am 22. März im Stadtteilbeirat vorgestellt werden. Aber schon jetzt ist die Nachfrage groß. "Wir haben bereits zwölf Bewerbungen vorliegen", sagte Uwe Honsberg.
Leserkommentare
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben. Anmelden
Warum muss ich mich anmelden/registrieren?
shz.de distanziert sich prinzipiell von allen in den Leserkommentaren geäußerten Meinungen ohne Rücksicht auf deren Inhalte. Alle Beiträge in den Leserkommentaren geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen der User wieder.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien für Kommentare!
Lust auf mehr? Den Holsteinischen Courier jetzt
2 Wochen kostenlos testen.






Dabei fällt mir ein, was wurde eigentlich aus den 80-jährigen Eheleuten, die in dem "Schlichtbau" Unterjörn Ecke Am Kamp wohnten und von der WoBau quasi zwangsumgesiedelt wurden ? Sorry, aber ich finde, in dem Zusammenhang gesehen, dieses so betont Senioren-freundliche der WoBau doch etwas verlogen...