HOLSTEINISCHER COURIER

 

Vicelinschule ist "Ort der Integration im Quartier"

04. Februar 2012 | 00:05 Uhr | Von ro

Neumünster. Die Stadt hat sich erfolgreich um eine Teilnahme am Forschungsprojekt "Orte der Integration im Quartier" beworben und vom Bundesbauministerium eine Zuwendung von 57 000 Euro bekommen. Das Projekt fördert und untersucht Modellvorhaben zur Integration auf Stadtteilebene.

Die Stadt selbst nennt es "Kibitz" - das Kürzel steht für Kultur, Integration, Bildung, Teilhabe und Zusammenleben. Es ist eng mit der Vicelinschule als Stadtteilschule verknüpft und ergänzt das bestehende Angebot um weitere Projekte mit sozialen, künstlerischen und bildenden Inhalten.

"Wir bekommen es fast zu 100 Prozent finanziert", sagte Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth auf der Sitzung des Schul-, Kultur- und Sportausschusses am Donnerstag in der IGS Brachenfeld. Von der Kommune wird zwar ein finanzieller Eigenanteil von 20 Prozent erwartet, doch den leistet sie laut Humpe-Waßmuth nicht in Geld, sondern durch den Einsatz von Personal und Sachmitteln wie Räumen.

Mehr als 50 Städte hatten sich beworben, aber bundesweit werden nur acht Modellvorhaben gefördert. "Die Studie würdigt ausdrücklich das Konzept der Stadtteilschule. Das hat Leuchtturmcharakter", freute sich die Schul-Fachdienstleiterin Gabriele Bartelheimer.

Thema im Ausschuss war auch der Deutsche Lernatlas der Bertelsmann-Stiftung. Neumünster schneidet in der Studie unter 43 vergleichbaren kreisfreien Städten nicht sonderlich gut ab und landet nur auf Platz 29 (der Courier berichtete). "Wir können uns aber auf die Fahne schreiben, dass wir sehr viel besser stehen", sagte Allmut Schnarcke, die in Neumünster für die Bildungsplanung verantwortlich ist.

Trotz mancher Kritik an der Methodik nimmt der Ausschuss die Studie ernst. "Die Bertelsmann-Stiftung kommt nach 2010, als es um den Hauptschulabschluss ging, zum zweiten Mal zu einem schlechten Ranking für Neumünster. Das muss uns schon beschäftigen", sagte der Ausschussvorsitzende Reinhard Arens.

Günter Humpe-Waßmuth verwies darauf, dass die Stadt in den vergangenen Jahren bei den Kita-Plätzen für Unter-Dreijährige enorm Gas gegeben habe. Die Pisa-Ergebnisse führten zum Pisa-Forum und vielen Initiativen in Grundschulen, Kitas und der Bücherei. Handlungsbedarf sieht er vor allem beim Thema Lesen und sprachliche Kompetenz. Die Ergebnisse des Lernatlas’ sollen in die Bildungsplanung aufgenommen werden - und die ist für Arens immer auch Stadtentwicklung: "Das Bildungsniveau hat auch mit der Wohngegend zu tun."


 

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