HOLSTEINISCHER COURIER

 

Landflucht macht Loop zu schaffen

04. Februar 2012 | 06:17 Uhr | Von Günter Böge

Weniger Einwohner, Vereine lösen sich auf

Loop. Der demografische Wandel spiegelt sich auch in der Gemeinde Loop wider. Waren vor rund vier Jahren noch rund 200 Looper auf den Beinen, so sind es heute noch 167 Einwohner. Die Landflucht der Jugend hat Folgen für die dörfliche Gemeinschaft.

Wie auf der Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstag im Looper Antik Café zu hören war, ging dem Sparklub der Nachwuchs aus. Dazu kommt, dass sich niemand für den Vorsitz fand. Die fleißigen Sparer haben ihren Klub aufgelöst. Er bestand 75 Jahre. Auch der Schützenverein steht aus diesen Gründen nach 25-jähriger Vereinsgeschichte kurz vor der Auflösung. Seit Jahren sucht der noch amtierende Vorsitzende Uwe Ladehoff (er steht seit 24 Jahren an der Vereinsspitze) schon einen Nachfolger. Doch keiner ist bereit, sein Amt zu übernehmen.

Hinzu kommt, dass das Vereinslokal Landhaus Loop nur noch am Sonntag ab 20 Uhr geöffnet ist, und wenn Liveveranstaltungen stattfinden. "Ich reduziere aus organisatorischen und wirtschaftlichen Gründen meine persönlichen Stunden", sagt Dagmar Grandisch. Die bisherige Öffnungszeit lohne sich nicht, da es kaum Laufkundschaft gebe. In Zukunft wird es sonntags ab 20 Uhr Getränkeausschank geben. Bei Gesellschaften mit Voranmeldung gebe es die Möglichkeit, sie auch zu beköstigen, da Dagmar Grandisch eine Vollkonzession besitzt.

Was die Landflucht angeht, riet Amtsdirektor Heinrich Lembrecht den Loopern: "Machen Sie doch eine bauliche Zukunfts- und Angebotsplanung. Bisher werden nur vorliegende Bauanträge bearbeitet." Ein Angebot für rund 3000 Euro liegt den Ortspolitikern zwar schon vor, doch sie wollen sich noch eine weitere Version einholen. "So lassen sich die Fragen beantworten, was und wo an neuen Baugrundstücken möglich ist", sagte Bürgermeister Torsten Teegen.

Dann ging es um das Thema Biogas: Der Gemeindechef Torsten Teegen plant den Bau einer Biogasanlage, um Gas direkt in das Versorgungssystem der Schleswig-Holstein Netz AG einzuspeisen. Dazu erläuterte Rolf Dörge aus Hannover, Mitarbeiter einer Investorengruppe, dass die Leistung des bereits genehmigten Vorhabens von 1,2 Megawatt auf 1,6 Megawatt erhöht werden soll. Das macht eine Änderung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes erforderlich, denn die Lagerstätten unter anderem für Zuckerrüben, Mais und Rindergülle müssen zwangsläufig vergrößert werden. Bei einer Gegenstimme stimmten drei Mandatsträger dafür. Teegen und zwei weitere Ortspolitiker stimmten wegen Befangenheit nicht mit. Bevor die Vertretung grünes Licht für einen erneuten Satzungs- und Aufstellungsbeschluss gibt, wird zum Thema eine Bürgeranhörung anberaumt.












 

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