HOLSTEINISCHER COURIER
Kindertagesstätten: Spaß und Bildung für die Kleinsten
Sie können sich freuen, sie haben einen Kita-Platz: Fröhlich spielen die Kinder im Hauke-Haien-Kindergarten auf den Kissen. Foto: Ziehm
Neumünster. Für viele Eltern ist es wie ein Sechser im Lotto: Wer einen Kindergartenplatz ergattert hat, der kann für die nächsten Jahre aufatmen. Doch die Rundum-Betreuung für den Nachwuchs ist nicht immer leicht zu bekommen. Außerdem gibt es eine Fülle unterschiedlicher Angebote, zwischen denen sich die Eltern entscheiden müssen. Darum wird der Courier in der kommenden Woche in einer täglichen Serie die Kitas vergleichen. Denn eines ist sicher: Kinderbetreuung außerhalb der Familie gewinnt immer stärker an Bedeutung.
Rund 2600 Kinder von null bis sechs Jahren besuchen in Neumünster eine Kindertagesstätte oder Krippe. Dazu kommen 302 Hort-Plätze für Grundschüler am Nachmittag und in den Ferien. Während manche Kinder nur stundenweise kommen, gehen viele auch ganztags dorthin - zum Spielen, Essen, Lernen. Denn Betreuung heißt schon lange nicht mehr, dass auf die Kleinen lediglich aufgepasst wird. "Kindergärten sind Teil des Bildungssystems - insbesondere für benachteiligte Kinder", sagt Sozialdezernent Günter Humpe-Waßmuth. Die Sprachförderung nimmt großen Raum ein. Außerdem soll ein guter Übergang zur Schule geschaffen werden. Soziale Kompetenzen und gesundheitliche Aufklärung werden in den Gruppen vermittelt. Auch musikalische und künstlerische Angebote oder Sport haben längst Einzug in die Kitas gehalten.
31 Kindertagesstätten in allen Stadtteilen sowie eine Kindertagesstätte in Wasbek und eine in Bönebüttel werden zurzeit von der Stadt verwaltet beziehungsweise finanziert. Die Kommune hat die Verantwortung für die Planung und für die Leistung. Zwei Drittel der Einrichtungen sind in freier Trägerschaft, ein Drittel ist städtisch. Hinzu kommen rund 200 Plätze in der Tagespflege (siehe nebenstehenden Text). Dennoch reicht das Angebot offenbar noch nicht aus, denn die Wartelisten sind lang. "Wir haben zurzeit rund 400 Voranmeldungen allein für den Bereich der Unter-Dreijährigen in Kindertagesstätten", erklärt Jörg Asmussen vom Fachdienst Kinder und Jugend. Für Über-Dreijährige ist die Warteliste ebenfalls lang. "Auch hier sind wir im dreistelligen Bereich", sagt Asmussen. Die genaue Zahl ist nicht klar, weil viele Eltern ihre Kinder im Kampf um einen Platz in mehreren Einrichtungen gleichzeitig anmelden.
Sicher ist: Die Wartezeiten variieren stark. Wer einen Platz in einer Innenstadt-Kita sucht, muss mehr Geduld haben. "In den äußeren Stadtteilen ist in der Regel innerhalb von zwei Monaten ein Platz zu haben. Je spezieller der Wunsch ist, desto länger wird die Wartedauer. "Wer sich auf eine bestimmte Gruppe in einer Einrichtung festlegt, hat es natürlich schwerer", so die Botschaft der Stadt. "Liegt allerdings ein dringender Bedarf vor, weil sich die Situation der Familie durch Beruf, Trennung oder Krankheit verändert, finden wir immer eine kurzfristige Lösung", sagt Humpe-Waßmuth. Auf jeden Fall versuchen die Verantwortlichen, den Kleinen weite Wege zu ersparen.
"Wir können nur empfehlen, dass Eltern ihre Kinder anmelden, sobald sie den Betreuungsbedarf abschätzen können", sagt Jörg Asmussen. Die Formulare dafür gibt es in jeder Kita. Die Einrichtung entscheidet auch über die Platzvergabe. Falls Eltern den Beitrag (siehe Kasten) nicht aufbringen können, hilftder Fachdienst Kinder und Jugend, Tel. 9 42-25 57. Dort wird anhand von Angaben zum Familieneinkommen und den -ausgaben geprüft, welcher Anteil übernommen werden kann.
Wie sich der Betreuungsbedarf in Zukunft entwickeln wird, ist schwer einzuschätzen. Von den 2600 Kindern, die derzeit in institutionellen Einrichtungen betreut werden, entfallen 400 auf Kinder unter drei Jahren. "Dieser Bedarf wird in den kommenden Jahren eher steigen", schätzt Günter Humpe-Waßmuth - die langen Wartelisten zeigen diesen Trend. Der Grund: Oft arbeiten beide Elternteile, häufig erzieht die Mutter (oder der Vater) allein. Gleichzeitig zeichnet sich aber ein Geburtenrückgang ab. "Diese Daten müssen bei der Planung abgeglichen werden", erklärt Humpe-Waßmuth. Und das Ganze auch noch unter Zeitdruck, denn der Bund hat festgelegt, dass 35 Prozent der Ein- bis Dreijährigen zum 1. August 2013 einen Kita-Platz bekommen sollen. Die Ratsversammlung wiederum hat die Quote auf 32,5 Prozent gesenkt. "Das schaffen wir, wir sind jetzt bei gut 20 Prozent", sagt Jörg Asmussen zuversichtlich. Und der Sozialdezernent fügt hinzu: "Dabei werden wir nicht nur auf Versorgungsquoten achten, sondern auf Qualität für das Kind."
Den großen Kita-Vergleich in sechs Teilen lesen Sie ab Montag täglich im Courier.
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