HOLSTEINISCHER COURIER
Die Feuerwehr warnt:
Eisvergnügen ja - aber bitte am Rand
Sportunterricht auf dem Eis: Humboldt-Schüler spielten in ihren letzten beiden Schulstunden Eishockey. Foto: Fotos: Steinhausen
Neumünster. Gestern Vormittag am Einfelder See: Die Uferwege sind um diese Zeit noch recht verwaist, aber mitten auf dem See ist schon jemand unterwegs. Zu Fuß, allein und fernab vom Ufer marschiert die junge Frau Richtung Dorfbucht. Was aussieht wie ein harmloser Winterspaziergang ist aus Sicht der Retter bodenloser Leichtsinn.
"Wir wissen nicht, wo die Eisdecken wie stark sind, deshalb gibt es auf dem Eis auch keine Sicherheit", stellte Feuerwehrmann Carsten Voß gestern klar. Erst tags zuvor hatte er mit Kollegen auf dem Falderateich die Eisrettung trainiert (wir berichteten) und dabei auch die Tücken des Eises erfahren: "An vielen Stellen hält es, aber eben nicht an allen." Für alle, die sich an diesem Wochenende rund um den Einfelder See tummeln, hat er deshalb einen heißen Tipp: "Wer sich nicht verkneifen kann, aufs Eis zu gehen, sollte das nur am Uferbereich tun, dort wo er garantiert noch stehen kann, wenn er einbricht!"
Viele, die sich schon gestern Nachmittag von der Wintersonne an den See locken ließen, folgten diesem Rat intuitiv. Der Tungendorfer Andy Holst nutzte mit seinem Sohn Kimi (8) das tolle Wetter zum Schlittschuhlaufen. "Wir bleiben in unmittelbarer Ufernähe, da kann nichts passieren", sagte Holst. Wenige Meter weiter befreiten Schüler der Alexander-von-Humboldt-Schule eine Eisfläche am Ufer vom Schnee. "Wir haben unsere zwei Sportstunden hierher verlegt, um Eishockey zu spielen", erzählte Lehrer Volker Schneider. Dass Erwachsene auf dem Eis spazieren gehen, hält er allerdings für problematisch. "Das könnte insbesondere Kinder dazu animieren, ebenfalls weiter aufs Eis zu laufen", befürchtet der Lehrer.
Andere sind da risikofreudiger: "Ich gehe dort, wo schon Fußspuren sind. Ich wage es aber nicht, wenn keine Menschen in der Nähe sind", sagte Birgit Mackwitz, die auch in den vergangenen Tagen schon auf dem Eis spazieren ging.
Feuerwehrmann Carsten Voß warnt dagegen vor der trügerischen Sicherheit eines belebten Ufers. Wo ein Mensch einbricht, könne naturgemäß auch der einsatzfreudigste Retter schnell zum Opfer werden, warnt der Profi vor übereifrigen Rettungsaktionen. Er rät, im Falle eines Falles zu versuchen, einen der rund um den See stationierten Rettungsringe an das Opfer heranzubringen, sofern das gefahrlos möglich ist, und über 112 Alarm zu schlagen.
Auch die Stadt warnt eindringlich: "Betreten verboten!", hieß es gestern nachdrücklich auf ihrer Homepage. "Niemand wird offiziell eine Freigabe erteilen", ergänzte gestern Polizeisprecher Sönke Hinrichs. "Das Betreten des Eises passiert auf eigene Gefahr. Eltern sollten ihre Kinder vor den Risiken warnen", betonte er. Erst kürzlich war ein 10-jähriger Junge auf dem Einfelder See ins Eis eingebrochen.
Dagegen spricht nichts gegen ein Wintervergnügen rund um den Einfelder See: Der kalte Ostwind soll in den nächsten Tagen weiter abschwächen, die Temperaturen auf -8 bis -2 Grad steigen. Dazu soll es einen freundlichen Mix aus Sonne und Wolken geben. Na,dann!
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