HOLSTEINISCHER COURIER
Brückenbau für die Natur
Daldorf. Schleswig-Holsteins zerschnittene Naturlandschaften sollen wieder miteinander verbunden werden. Das ist wichtig für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Das Land soll dafür mit einem Netz so genannter Lebensraumkorridore überzogen werden. Gestern gaben Umweltschützer und Behörden im Erlebniswald Trappenkamp den Startschuss zu dem Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben "Holsteiner Lebensraumkorridore".
So sollen begrünte Brücken, Tunnel und Röhren zerschnittene Lebensräume verbinden. Knicks und Gebüsche könnten die Distanz zwischen Wäldern überbrücken. Auch Teiche und offenen Sandflächen sollen als "Trittstein-Biotope" Tieren und Pflanzen ermöglichen, wieder größere Entfernungen zu überwinden. Die Projektidee sei nicht von Einzelnen und auch nicht von heute auf morgen umsetzbar, dazu brauche es eine breite Allianz, sagte ein Sprecher.
Die "Holsteiner Lebensraumkorridore" sollen nicht nur Hirschen, Haselmäusen, Fröschen, Schlangen und Grashüpfern helfen, sondern auch den Menschen: Nach Angaben der Polizei stieg die Zahl der Wildunfälle in den vergangenen Jahren stetig: 2008 registrierten Schleswig-Holsteins Behörden insgesamt 1377 Wildunfälle. "Jedes Tier, das die Autobahn via Grünbrücke und Ottertunnel quert, erspart uns Autofahrern eine gefährliche Begegnung auf der Straße", sagte Nicola Brockmüller von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.
Das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben "Holsteiner Lebensraumkorridore" ist ein Kooperationsprojekt, an dem unter anderem die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und die Landesforsten beteiligt sind.
.www.lebensraumkorridore.de
Lust auf mehr? Den Holsteinischen Courier jetzt
2 Wochen kostenlos testen.




