FLENSBURGER TAGEBLATT

 

Friedhöfe

Über den Gräbern läuten die Glocken

25. Februar 2013 | 06:45 Uhr | Von Joachim Pohl


"Wir sind ein Dorffriedhof": Pastor Thielko Stadtland (r.) und Friedhofsverwalter Ulrich Lübcke vor der Adelbyer Kirche. Foto: pohl

"Wir sind ein Dorffriedhof": Pastor Thielko Stadtland (r.) und Friedhofsverwalter Ulrich Lübcke vor der Adelbyer Kirche. Foto: pohl

Gute Entwicklung und stabile Gebühren beim Friedhof Adelby. Änderung der Nachfrage wie auch auf den städtischen Anlagen.

Flensburg. Der wirtschaftliche Erfolg der Flensburger Friedhöfe geht nicht zu Lasten des kirchlichen Friedhofs in Adelby. "Unsere Zahlen sind stabil", sagten Pastor Thielko Stadtland und Friedhofsverwalter Ulrich Lübcke gegenüber dem Tageblatt. Von 246 Beisetzungen im Jahr 2009 stieg die Zahl über 235 (2010) und 255 (2011) auf 261 im vergangenen Jahr. Zuletzt habe man im Jahr 2010 die Gebühren angepasst, sie seien aber im Durchschnitt nicht erhöht worden, so Stadtland.

Wenn man auf den Hof des reetgedeckten Pastorats kommt, wähnt man sich auf dem Land. "Letztlich sind wir ein kleiner Dorffriedhof", sagt der Pastor. Damit unterscheide man sich deutlich von den beiden großen städtischen Friedhöfen, die seit einigen Jahren nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben werden (wir berichteten). Doch auch in Adelby habe sich die Nachfrage in den letzten Jahren geändert; die Zahl der Urnenbestattungen habe zugenommen. Auch hier gibt es mittlerweile große Urnengemeinschaftsfelder, die keiner Pflege bedürfen. "Wir haben auch Baumgräber", ergänzt Lübcke.

"Aber wir werden keinen Gingko-Garten, kein Rosarium und keine Lavendelei anbieten", betont Stadtland mit Blick auf zeitgemäße Bestattungsformen anderenorts. "Dafür läuten bei uns die Kirchenglocken über den Gräbern."

Um den acht Hektar großen Friedhof kümmert sich Lübcke mit seinem Team - 5,5 Stellen - aus Gärtnern und Bürokräften. Kirchensteuern fließen nicht in die Friedhofsarbeit, er muss sich komplett aus Gebühren finanzieren. Nutzer dürfen allerdings kostenfrei die Kirche für die Trauerfeier benutzen, auch für die Betreuung durch den Pastor und für den Organisten fallen keinen Extrakosten an - vorausgesetzt, der Verstorbene war in der Kirche. Doch auch wer nicht der Kirche angehört, kann in Adelby bestattet werden. Die Nutzung der Kirche lässt sich diese dann mit 250 Euro bezahlen. "Aber neun von zehn Beisetzungen sind kirchlich", sagt Stadtland. Die Gebühren für die unterschiedlichen Beisetzungsformen seien, so der Pastor, in etwa auf dem Niveau der städtischen Friedhöfe, mitunter aber schwer zu vergleichen, weil bei den kirchlichen Bestattungen bestimmte Dienstleistungen wie Blumenschmuck und Nutzung der Kirche in der Gebühr eingerechnet seien und nicht gesondert erhoben werden.


 
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