FLENSBURGER TAGEBLATT

 

Katholische Kirche

Ja zu einem Papst aus Afrika

28. Februar 2013 | 08:35 Uhr | Von Jenna Klingsporn


Flensburger Gedanken zum Abschied von Benedikt XVI.: Pröpstin Carmen Rahlf sieht in ihm einen guten Theologen, der bestimmte Antworten schuldig blieb.

Flensburg. Heute geht er. Nach fast acht Jahren tritt Papst Benedikt XVI. aus gesundheitlichen Gründen zurück. Der 85-Jährige ist damit der erste Papst seit 1294, der vom Amt abdankt. Was bewegt Flensburger Christen zum Ende seiner Amtszeit?

Pfarrer Stefan Krinke von der Katholischen Kirchengemeinde Flensburg findet, dass dies "ein positiver Ausdruck für ihn und die Kirche" ist. Die theologischen Äußerungen des Papstes habe er immer sehr geschätzt. Überrascht war er von der päpstlichen Nähe zu den Menschen. Gerade beim Weltjugendtag in Köln: "Er hat Jugendliche begeistern können, das war bemerkenswert."

"Katholische Kirche hat mehr Themen als Sexualmoral"

Papst Benedikt XVI. duldete ebenso wie sein Vorgänger keine Abtreibung und äußerte sich negativ zum Thema Homo-Ehe. "Es ist schade, dass unsere Kirche häufig auf das Thema Sexualmoral reduziert wird, denn sie ist so viel mehr", sagt Pfarrer Krinke dazu.

Ständig werden Reformen des Papst amtes diskutiert. Ein demokratischeres Amt, eher wie ein Parlament, hält Krinke für angemessen. Doch das nach dem Kirchenrecht durchzusetzen, sei nicht einfach, erklärt der Flensburger Pfarrer. Zu viele Gesetze aus einer langen Entwicklung. Und welcher Papst sollte jetzt kommen? "Einer, der sich den Dingen der Welt öffnet und aus dem Glauben heraus Antworten gibt", meint Krinke. Und ein afrikanischer Papst? "Ja, natürlich!"

Pröpstin Rahlf wünscht sich schwarzen Papst

Einen schwarzen Papst wünscht sich auch Pröpstin Carmen Rahlf. "Es ist Zeit, dass jemand aus dem großen Horizont der Kirche nach Rom kommt", erklärt sie. Die Stärke der katholischen Kirche werde von einigen Ländern außerhalb Europas getragen, in denen es viele Gläubige gebe, die Großes geleistet haben, sagt Carmen Rahlf.

Die Pröpstin nennt Benedikt einen guten Theologen und Wissenschaftler. "Doch es fehlten Antworten zur Einheit der Kirchen, wie das gemeinsame Abendmahl, oder ob Frauen das geistliche Priesteramt übernehmen dürfen", gibt Rahlf zu bedenken. Und sie selbst wünscht sich kein absolutes Oberhaupt für die evangelische Kirche, ebenso wenig die totale Einigkeit. "Der Reichtum und gleichzeitig die Schwierigkeit der evangelischen Kirche ist ihre große Vielfalt", erklärt sie.


 
Leserkommentare
 
L P 28.02.2013 16:02
Ich denke, dass nicht die Herkunft im Vordergrund stehen sollte,...

...sondern dass möglichst viele Personen (positiv) erreicht werden.
Ich habe grundsätzlich nichts gegen einen Afrikanischen Papst, allerdings sollte man bedenken, dass viele Christen im afrikanischen Raum sehr fundamentalistisch sind. Ich kann nicht beurteilen, ob es der Kirche (besonders im "westlichen" Raum) gut täte, wenn eine solche Person Papst würde.
imho als "ungläubiger" :)

ANDREAS SCHMIDT 28.02.2013 16:23
Ein Schwarzer? Ein Weißer?

Oder irgendwas dazwischen? Das sollte doch heutzutage völlig wurscht sein.
Mit einem Nichtweißen hätte ja die katholische Kirche eine Vorzeigefigur für die Anerkennung der Gleichkeit aller Menschen. Bis auf.....nunja, ähmmmm.....eine Frau als Papst kommt wohl doch noch nicht in Frage, oder? So ganz gleich sind die Menschen für die Kirche also doch noch nicht.



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