FLENSBURGER TAGEBLATT
Regionalliga
Ein perfektes Jahr für den Abwehrchef
Flensburg. Welche Chancen sich Matthias Hummel für die Wahl zum Fußballer des Jahres ausrechnet, weiß er selbst kaum einzuschätzen. "Das ist in diesem Jahr schwer. Ich glaube, dass mein Mannschaftskamerad Marc Böhnke vor mir liegen wird", vermutet er. Dabei fällt sein Fazit für das Jahr 2012 optimal aus. "Eigentlich war das ein vollkommen perfektes Jahr", erklärt der 28-Jährige. Über allem steht dabei die Geburt seiner Tochter Marla im Sommer. "Es macht einfach große Freude mit ihr", sagt Hummel, dessen Lebensgefährtin Rachel Pashley ebenfalls erfolgreiche Fußballerin ist (Fußballerin des Jahres 2011). "Die Familie gibt Kraft, man geht mit mehr Leichtigkeit an andere Aufgaben heran."
Das schlug sich auch in sportlichen Erfolgen nieder. "Ein sehr gutes Jahr. Wir haben als Mannschaft eine erfolgreiche Serie gespielt, uns nach Anfangsschwierigkeiten stabil präsentiert. Persönlich habe ich sicher meinen Anteil daran, es lief für mich insgesamt gut. Aber letztlich gilt das für die ganze Mannschaft."
Einzig im Pokal gab es einen schmerzhaften Rückschlag, als der Finalsieg in Lübeck in der Nachspielzeit aus den Händen glitt. "Das war natürlich trotzdem ein tolles Erlebnis. Aber letztlich zählen eben Ergebnisse. Das haben wir schmerzhaft erfahren. Das war schade", erinnert er sich. "Aber wenn es das gebraucht hat, um zwei Wochen später aufzusteigen, war es vielleicht gut so." Die Aufstiegsspiele gegen Holthausen/Biene waren die einzigen Partien, die Hummel 2012 verpasste - eine kleine Blessur hatte sich entzündet, sodass Hummel einige Tage im Krankenhaus verbringen müssen. "Ansonsten bin ich bislang von Verletzungen verschont geblieben", sagt er und nennt das neben der Gesundheit für die Familie auch als wichtigstes Ziel für 2013.
Dass der Abwehrchef sportlich über den Sommer hinaus beim ETSV Weiche bleiben wird, ist noch nicht fixiert. "Aber ich fühle mich wohl. Wenn ich sehe, dass wir auch in der neuen Saison eine Mannschaft haben, die eine gute Rolle spielen kann, dann gibt es keinen Grund zu wechseln." Nach Höherem strebt Hummel ohnehin nicht mehr. "Da müsste schon etwas Überragendes kommen." Das erwartet der Innenverteidiger, der mit Holstein Kiel bereits einige Jahre unter Profibedingungen drittklassig spielte, trotz beständig guter Regionalliga-Leistungen nicht mehr. "Die Hörner habe ich mir sportlich abgestoßen", sagt er. Der Beruf und die Familie stehen im Vordergrund. Das Jahr 2012 zu toppen, wird also schwer. Immerhin arbeitet Hummel an einem weiteren Schritt: Derzeit baut er das jüngst erworbene eigene Elternhaus um - ein Kinderzimmer wird gebraucht. Und auch ein Platz für eine Urkunde bei der Fußballer des Jahres-Wahl...?
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