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Asphaltschäden auf B199

Der Winter knackt den Wunder-Asphalt

01. Februar 2013 | 07:00 Uhr | Von Gunnar Dommasch


Dauerpatient B  199: Deckschicht und Unterbau vertragen sich nicht, eine Aneinanderreihung von Aufbrüchen ist die Konsequenz. Foto: Staudt

Dauerpatient B 199: Deckschicht und Unterbau vertragen sich nicht, eine Aneinanderreihung von Aufbrüchen ist die Konsequenz. Foto: Staudt

Flensburg. Alle Winter wieder: Autofahrern bietet sich ein vertrautes Bild. Die Bundesstraße 199 - ein einziger Flickenteppich. Wieder und wieder müssen sich die Mitarbeiter des Bauhofes daran machen, die Löcher zu stopfen. Notdürftig meist. Denn wenn Väterchen Frost zuschlägt, beginnt das Spiel von vorn. Der einst hochgepriesene Lärm optimierte Asphalt (LOA) scheint sein Geld nicht wert zu sein.

Diese Erkenntnis hat inzwischen auch beim Technischen Betriebszentrum Einzug gehalten. "Wir können eigentlich nur Schadensbegrenzung betreiben", sagt TBZ-Sprecher Ralf Leese. Heißt: Ambulante Operationen mit Fräsgut, mit dem die Kraterlandschaft in Schach gehalten werden soll.

"Wir haben Lehrgeld gezahlt"

Die Frage, wer für die Misere verantwortlich ist und was der Spaß kostet, ist schnell beantwortet. Die ersten Schäden, die bereits im Winter 2009 - nur ein Vierteljahr nach der Asphaltierung - auftraten, hat die ausführende Firma noch auf eigene Kosten beseitigt. Danach wurde die Stadt zur Kasse gebeten. "Die Fristen waren abgelaufen, wir konnten niemanden mehr in Regress nehmen", sagt der TBZ-Mann. Im Spätsommer 2011 etwa wurde eine Fläche von 4300 Quadratmetern ausgebessert. Ein Loch von etwa 50.000 Euro riss diese Maßnahme in die TBZ-Kasse. "Wir haben Lehrgeld gezahlt", muss Leese etwas kleinlaut zugeben.

Dabei hatte alles so schön begonnen. Große Hoffnungen wurden in den Flüster-Asphalt gesetzt. Dazu gab es noch eine großzügige Finanzspritze aus dem Konjunkturpaket II. Mit einem stolzen Beitrag von 525.000 Euro aus dem Förderprogramm beteiligte sich der Bund - und deckte damit 87,5 Prozent der Kosten ab. Diesen dicken Batzen wollte man nicht ungenutzt an sich vorbei ziehen lassen. Es ging darum, zügig die Förderrichtlinien zu erfüllen - "es musste alles ganz schnell gehen", sagt Leese. In einer Nacht- und Nebelaktion wurde schließlich der Straßenzug ab Angelburgerstraße stadtauswärts saniert, er erhielt die geräuschreduzierende Decke innerhalb von nur fünf Tagen. Die Aktion dürfte vielen Autofahrern noch in lebendiger Erinnerung sein. Und tatsächlich: Gegenüber herkömmlichem Asphalt war die Geräuschentwicklung auf der stark frequentierten Bundesstraße deutlich geringer. Die Senkung der Dezibel-Zahl beträgt durch die Minderung der Abrollgeräusche der Reifen bis zu 70 Prozent.

Ernüchternde Perspektive

Doch die Freude währte nur kurz. Es zeigte sich, dass der feinkörnige Belag extreme Probleme mit dem Unterbau hat. Es haperte mit der Haftung - und das gilt bis heute, auch im doppelten Sinne. Besonders der Abschnitt zwischen Marienallee und Thomas-Lorck-Weg ist betroffen. Die Reparaturen aus Bordmitteln verschaffen kurzfristig Linderung. "Natürlich sind das keine grundlegenden Eingriffe", sagt Ralf Leese. "Woher soll das Geld auch kommen?"

Somit ist und bleibt die Perspektive ernüchternd. Ralf Leese sagt es nicht gern, aber es führt kein Weg daran vorbei: "Die Flickschusterei wird bleiben."


 
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