FLENSBURGER TAGEBLATT

 

Bowling-Arena - bald rollt die Kugel

15. Oktober 2009 | 04:50 Uhr | Von Holger Ohlsen;Gunnar Dommasch

"Wahnsinn" - Christian Reinheimer empfindet die Pläne als überdimensioniert.

"Wahnsinn" - Christian Reinheimer empfindet die Pläne als überdimensioniert.

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Die Pläne sind umstritten, letztlich stimmte im Ausschuss aber nur die Linke dagegen. Wie es aussieht, kann die große Bowling-Arena am Wittenberger Weg gebaut werden.

Flensburg. Bahn frei: Im Planungsausschuss wurden die Weichen gestellt. Flensburg bekommt am Wittenberger Weg eine neue Bowling-Arena. Und im Windschatten dieser Bowling-Arena folgt die größte Spielhalle der Stadt - in einem Nebengebäude, ebenfalls am Wittenberger Weg. Im Ausschuss stimmte nur die Linkspartei gegen den Vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Den anderen Fraktionen dürfte es so gegangen sein wie dem Ausschussvorsitzenden Markus Döring: "Klar, Bauchschmerzen haben wir alle", bekannte er. "Aber dann müssten wir überall aufräumen."

Immerhin: Der Investor wird in bislang nicht da gewesener Dimension Geldspielautomaten aufstellen können. Die Beschlussvorlage erlaubt 48 Geräte auf einer Fläche von knapp 600 Quadratmetern. Die momentan größte Spielhalle verfügt nach Auskunft der Verwaltung über eine Lizenz für zwölf Geräte.

Schmackhaft gemacht wurde die Kröte über eine Reihe von Spezialitäten, die es in dieser Kombination in Flensburg noch nicht gibt: Die geplante Anlage mit 20 Bahnen ist Bundesliga-tauglich. Im Außenbereich sind ebenfalls wettbewerbsgerechte Spielfelder für Beachvolleyball vorgesehen, weitere Angebote für Erlebnissportarten sollen auf dem 2,5 Hektar großen Außengelände entstehen - und auch die Gastronomie, verspricht der Investor, soll ein Erlebnis werden.

In Flensburgs Innenstadt wird das ambitionierte Mammut-Projekt argwöhnisch beäugt. Christian Reinheimer (44), Betriebsleiter des Bowling-Centers an der Roten Straße, verfolgt die Entwicklung aufmerksam. Und mit großer Sorge. "Die Pläne sind Wahnsinn", sagt er mit Blick auf die drohende Schieflage. Reinheimer verweist nicht nur auf seine zwölf gut ausgelasteten Bahnen, sondern auch auf das Sportland an der Raiffeisenstraße, wo in unmittelbarer Nachbarschaft zur künftigen Arena gerade acht Bowling-Bahnen neu geschaffen wurden. "Wer braucht in unserer Stadt 40 Bahnen?", so seine rhetorische Frage. "Der Bedarf ist absolut gedeckt."

Nicht genug, dass die heraufziehende Konkurrenz seinen Geschäftserfolg massiv beeinflussen würde. Sollten die 48 Geldspielgeräte tatsächlich genehmigt werden, sei dies für ihn und Geschäftsführer Jürgen Kühl von der Flensburger Bowling Center GmbH existenzgefährdend. "Daran hängen zwölf Arbeitsplätze, Zulieferer, der Betrieb des Parkhauses und eine Menge mehr."

Die geplante Modernisierung des Bowling Centers, für die man demnächst 80 000 Euro habe in die Hand nehmen wollen, würde man unter diesen Umständen nicht mehr umsetzen.

Das Bowling Center existiert seit 1969. Viele Betriebssportgruppen haben hier eine sportliche Heimat gefunden, es wird trainiert, Liga-Spiele finden seit Jahren regelmäßig statt. Ein gewachsenes Unternehmen, dem nun das Aus droht?


 
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