FLENSBURGER TAGEBLATT
Prävention
Alkohol, Drogen und andere Gefahren
Gruppenarbeit: Einige Schüler der Klasse 5b besprechen ihre Aufgaben im Rollenspiel zum Thema "Mobbing" mit der Erzieherin. Foto: resenski
Flensburg. Wenn Jugendliche sich ins Krankenhaus trinken, wissen sie oft nicht, wie ihnen geschieht. Mangelnde Aufklärung Erwachsener und Unwissenheit der Heranwachsenden tragen daran eine gewisse Mitschuld. Die engagierte Schulsozialarbeiterin der Käte-Lassen-Schule Anna Wagner versucht, dem entgegenwirken. Deshalb findet momentan erstmals eine Präventionswoche für die Schüler der fünften bis siebten Klassen der Gemeinschaftsschule statt. Die Schulsozialarbeiterin hat eine Zusammenarbeit mit Experten zu Themen wie Drogenmissbrauch, Alkohol und neue Medien auf die Beine gestellt.
In den sechsten Klassen sprechen beispielsweise Mitarbeiter von pro familia Flensburg insbesondere Selbstwertstärkung und körperliche Entwicklung der Jugendlichen an. Das Rauchen sowie Missbrauch von Alkohol ist inhaltlicher Gegenstand in den siebten Klassen. Ehemals Süchtige schildern den Kindern ihre meist abschreckenden Erfahrungen. "Beispielsweise hat der Besuch der anonymen Alkoholiker einen großen Eindruck auf die Kinder gemacht", erklärt Schulleiter Peter Semmler. Es sei wichtig, dass der Nachwuchs einen Eindruck aus der Realität gewinnen könne, der bei den Schülern generell auf ein höheres Interesse stoße als der alltägliche Unterricht.
Computerspielsucht als wachsendes Problem
Diese Erfahrungsberichte bringen den Kindern einen "nachhaltigen Lerneffekt", ist auch Anna Wagner überzeugt. Nachhaltigkeit gelte als hauptsächliches Ziel dieser Präventionswoche, die bei Erfolg auch für die nächsten Jahre geplant werden würde: "Das Projekt ist eine Probe. Wir hoffen aber, dass es im nächsten Jahr wieder stattfinden kann."
Dabei sollen auch die Familien der Schüler einbezogen werden. Der Rektor betont die Zusammenarbeit zwischen ihnen und der Schule: "Bei der gegenwärtigen Präventionswoche ist es wichtig, dass eine Interaktion zwischen Schülern, Eltern und Lehrern erfolgt." Aus diesem Grund wurden für Eltern diese Woche zusätzlich Informationsabende angeboten. Sie klären insbesondere über "neue Medien" auf. Vor allem bekommen, nach Meinung des Direktors, soziale Netzwerke "eine immer größere Bedeutung in der Sozialisation der Kinder". Auch Computerspiele erfahren laut Anna Wagner in der jungen Generation wachsende Beliebtheit. "Es kam schon vor, dass sich Zehntklässler als Spielsüchtige bekannt haben. Darum wollen wir möglichst früh mit der präventiven Arbeit beginnen", sagt sie.
Den Schülern der Klasse 5b gefällt das Projekt. Das einstudierte Rollenspiel über Mobbing empfinden die Schüler als willkommene Abwechslung. Auch für das nächste Jahr erhoffen sie sich wieder eine Präventionswoche.
Lust auf mehr? Das Flensburger Tageblatt jetzt
2 Wochen kostenlos testen.







Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben. Anmelden
Warum muss ich mich anmelden/registrieren?
shz.de distanziert sich prinzipiell von allen in den Leserkommentaren geäußerten Meinungen ohne Rücksicht auf deren Inhalte. Alle Beiträge in den Leserkommentaren geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen der User wieder.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien für Kommentare!