FLENSBURGER TAGEBLATT
Wees: Feuerwehr steht allein da
Amt langballig. Eine seit 1971 bestehende Gemeinsamkeit ist nach vierjährigem Hin und Her nun zu Ende gegangen. Der Amtsausschuss des Amtes Langballig stimmte auf seiner Sitzung im Grundhof-Krug der Rückübertragung der Aufgaben des Brandschutzes vom Amt auf die Gemeinde Wees rückwirkend zum Jahresbeginn zu. Die Entscheidung erging mit zwei Ja- und einer Nein-Stimme bei neun Enthaltungen.
Die Freiwillige Feuerwehr Oxbüll-Wees-Ulstrup hatte sich auf ihrer Jahresversammlung am 31. Januar 2007 mit Zweidrittel-Mehrheit für einen Austritt aus dem Feuerwehrverbund des Amtes ausgesprochen. Grund war damals die Kritik daran, dass ein kurzfristig und kostengünstig zum Kauf stehendes Einsatzfahrzeug der Wehr Westerholz und nicht der Wehr Dollerupholz-Nordballig zugewiesen worden war. Verwiesen wurde auch auf die 38,5 Prozent Weeser Anteil am Amtshaushalt. Allein für den Feuerwehretat seien dies etwa 30 000 Euro im Jahr. Bei Eigenständigkeit könnten Gemeinde und Wehr selbst über das Geld verfügen und neue Fahrzeuge schneller angeschafft werden, hieß es.
Durch Verhandlungen mit den anderen Gemeinden erreichte Wees eine zehnprozentige Minderung seines Beitrages zum Verwaltungshaushalt der Amtswehr. Eine Ausweitung auf den Vermögenshaushalt, aus dem im vergangenen Jahr für 550 000 Euro drei neue Fahrzeuge angeschafft worden waren, wurde aber abgelehnt. Daraufhin beantragte die Weeser Gemeindevertretung beim Amt, ihr das Brandschutzwesen zurückzuübertragen.
Amtsvorsteher Jürgen Bachmann war nach eigenen Worten immer bestrebt, die amtsweite Gemeinsamkeit zu erhalten. Aufgrund des vor zwei Jahren verabschiedeten Feuerwehrkonzepts "wähnte ich mich am Ziel". Nach einer Entscheidung des Landesverfassungsgerichtes zur Amtsordnung und einer auf dieser Grundlage geänderten Rechtsauffassung von Land und Kreis dürfe eine Gemeinde allerdings nicht mehr daran gehindert werden, eine übertragene Aufgabe zurückzunehmen. Den Weeser Schritt könne er allerdings nicht nachvollziehen und werde sich der Stimme enthalten.
In diesem Sinne äußerten sich mehrere Mitglieder des Amtsausschusses. Beklagt wurde das Ende eines "Musterprojekts gemeinsamer Feuerwehrarbeit" und der "Anfang vom Ende der Solidarität". Mit Hinweis auf das einstimmig - auch von den drei Weeser Vertretern - gebilligte Feuerwehrkonzept war von mangelnder Verlässlichkeit die Rede. Der Ausstieg von Wees führt bei der Finanzierung der neuen Einsatzfahrzeuge nach Aussage von Bürgermeister Volker Hatesaul in Ringsberg als kleinster Gemeinde zu einer Mehrbelastung von 17 000 Euro. Er schloss Konsequenzen bei der gemeinsam mit Munkbrarup und Wees getragenen Finanzierung des Kindergartens nicht aus. Für den Weeser Bürgermeister Ulrich Christophersen war das Geld nicht der Hauptgrund, sondern der Wunsch seiner Wehr.
Wie der Amtsvorsteher mitteilte, gibt es ab sofort zwei Gemeindewehren im Amt, eine in Wees, die andere im Rest des Amtes, dort gebildet aus den übrigen neun Ortswehren. Deren Delegiertenversammlung habe jede weitere Zusammenarbeit mit Wees abgelehnt. Ausgenommen blieben lediglich die Jugendfeuerwehr und natürlich die Unterstützung bei Ernstfällen. Aus diesem Grund beschloss der Amtsausschuss, auf eine Dachorganisation in Form einer Amtswehrführung zu verzichten. Dazu ist noch die Zustimmung der Aufsichtsbehörde einzuholen. Peter Schreiber wurde als Gemeindewehrführer - allerdings ohne Wees - bestätigt.
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