FLENSBURGER TAGEBLATT
Kinderbetreuung
Kita-Sparpläne: Stadt soll aktiv werden
Flensburg. Norderstedt hat den Anfang gemacht, Flensburg soll dem guten Beispiel folgen: Die Elternvertreter der Flensburger Kitas fordern die Stadt auf, dem landesweiten Aktionsbündnis gegen Kürzungspläne und für mehr Qualität im Kitabereich beizutreten. Eine Entscheidung über den Antrag der Kreiselternvertretung (KEV) Flensburg soll heute im Jugendhilfeausschuss fallen.
Gegründet wurde das Bündnis "Kürzt den Kindern nicht die Zukunft! Uns reicht!" von der Landeselternvertretung, Kirchen und Wohlfahrtsverbänden. Die Stadt Norderstedt trat - als erste Kommune im Land - auf Beschluss des dortigen Jugenhilfeausschusses vergangen Donnerstag bei.
"Das erwarten wir auch von den Flensburger Politikern", sagt Birgit Barz vom KEV-Vorstand. Nachdem der Jugendhilfeausschuss im Februar in einem Appell an die Landesegierung für eine stärkere Förderung der Kitas plädiert hatte, wäre der Beitritt zum Bündnis "nur konsequent".
Angesichts der Spar-Pläne, an denen zurzeit von der Kieler Landesregierung getüftelt wird, befürchten die Eltern massive Einschnitte bei der Kinderbetreuung. Neben der Streichung des beitragsfreien dritten Kita-Jahres sei auch die Rede von einer Absenkung des Personalschlüssels von 1,5 auf 1,4 Erzieherstellen pro Kita-Gruppe, so Barz.
Der Verwaltung sei von diesen Plänen noch nichts bekannt, sagt Ulrich Mahler, Leiter des Fachbereichs Bildung und Kindertagesstätten. "Die Landesregierung hält sich bedeckt, wir haben keine Informationen, wo bei den Kitas gespart werden soll."
Kürzt das Land seine ohnehin knappen Zuschüsse zu den Kita-Kosten, müssten die Kommunen für den Ausfall tiefer in die Tasche greifen. Oder die Eltern. "Dass die Sparmaßnahmen letztlich auf sie zurückfallen, zeigt die aktuelle Gebühren-Erhöhung in Flensburg", sagt Birgit Barz. Unbedingt vermeiden wollen die Elternvertreter schlechtere Betreuungsbedingungen: weniger Erzieher, größere Gruppen.
"Wir erwarten von der Stadt als größtem Kita-Träger, dass sie sich an Aktionen des Bündnisses beteiligt und sich im Städtetag auch für einen Beitritt anderer kommunaler Träger stark macht."
Neben der Dimension der ab August geplanten Gebührenerhöhung lehnt die KEV Flensburg vor allem deren Koppelung an die Kita-Betriebskosten ab. "Damit sind weitere Steigerungen schon absehbar", so Barz.
Die Elternvertreter werden daran voraussichtlich nichts mehr ändern können. Ende Mai soll die neue Beitragssatzung von der Ratsversammlung beschlossen werden. Die von der Verwaltung angekündigte "Elternbeteiligung" am Verfahren beschränkt sich laut Kita-Gesetz auf ihre bloße Anhörung, sagt Mahler.
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