FLENSBURGER TAGEBLATT
Heißes Rendezvous am Kühlhaus
Flensburg. Die Festivalsaison hat begonnen! Hurricane, Southside, Rock am Ring oder Wacken - das sind nur einige der legendären Festivals, die jeden Sommer wieder Musikbegeisterte an die verschiedensten Orte locken, um dort zu rocken und zu feiern.
Genau das - nur in einem etwas kleineren Rahmen - gab es an diesem Wochenende auch in Flensburg. Denn am Freitagabend und Sonnabend fand das Seaside-Rendezvous, Schleswig-Holsteins erstes Indie-Festival statt. Das Kühlhaus wurde zum Festivalgelände, mit einer Außenbühne, auf der 13 internationale Bands spielten.
Veranstaltet wurde das Ganze von Jan Köpke und seiner Firma Popup-Records zusammen mit dem Kühlhaus. Den Traum, ein eigenes Festival auf die Beine zu stellen, hatte der Hamburger schon lange und fand mit Flensburg den geeigneten Ort. "Ein Freund von mir brachte mich auf die Idee in seiner Heimatstadt das Festival zu veranstalten, was sich als hervorragende Wahl herausstellte. Es gibt hier in der Nähe nichts Vergleichbares und die Nähe zu Dänemark ist ein großer Vorteil", berichtet Köpke.
So waren neben den deutschen Gruppen auch einige dänische Bands unter dem Line-Up, wie die Gruppe Lucy Love, die das Festival am Sonnabend mit ihrem Konzert beendeten. Aber auch Bands aus Island oder England waren dabei und heizten dem Publikum ein. "Ich wollte auf jeden Fall ein internationales Festival veranstalten und habe wirklich gute Indie-Bands gefunden, die hier auftreten. Allerdings war es mir auch wichtig, lokale Nachwuchsgruppen und Musiker aus der Region einzubinden", erklärt Köpke. So feierten die Fans auch zu den "dicken Hip-Hop-Beats" von Jim Pansen, alias Florian Sump, einem gebürtigen Flensburger, der WM-getreu mit Deutschlandflagge umschlungen seine Songs präsentierte.
Und den Besuchern hat es gefallen, wie den Flensburgerinnen Lisa Heldt, Jane Momme und Inken Olsen. "Die Atmosphäre hier ist echt cool und wir freuen uns, dass hier in Flensburg endlich mal etwas los ist", erzählten die Schülerinnen. Diese Freude können sich die drei erhalten. Denn Köpke plant das Seaside-Rendezvous als ein langfristiges und alljährliches Festival zu etablieren. "Ich hoffe wir haben einen langen Atem und dass Flensburg das Festival annimmt. Mein Traum ist es mit dem Seaside eine richtige Größe in Deutschlands Festivallandschaft zu werden", äußert Köpke mit einem Lächeln. In den folgenden Jahren soll das Ganze dann auch erweitert werden. Ein komplettes Zwei-Tage-Festival mit der Möglichkeit vor Ort zu zelten sei die Vorstellung für die Zukunft. Dieses Wochenende war der erste Test, dessen Ablauf und Organisation äußerst positiv verlaufen sei. Allerdings sei die Besucherzahl etwas "mau" gewesen. "Da können wir nicht zufrieden sein. Wir sind hier halt noch nicht etabliert", bemerkte Köpke am Morgen nach dem Festival. Einen Grund dafür, dass weniger Besucher als erwartet da waren, sieht er auch im schlechten Wetter, dass das gesamte Wochenende vorherrschte. Aber dennoch blickt Köpke positiv in die Zukunft. "Vielleicht trägt das ja zur Legendenbildung bei. Beim ersten Wacken-Festival waren auch nur etwa 500 Leute da und heute kommen über 70 000 jedes Jahr. Vielleicht geht es uns ja genauso." Träumen darf ja erlaubt sein.
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