FLENSBURGER TAGEBLATT

 

Ein Modell gegen das Kreuz mit der Pflege

13. Dezember 2008 | Von sm

Freuen sich über die Auszeichnung: Tutorin Anja Boysen (li.) und Pflegedienstleiterin Karin Pahlke. Foto: sm

Die Pflege von kranken oder gebrechlichen Angehörigen ist nicht nur psychisch anstrengend, sondern auch Knochenarbeit. Wie man die Belastungen verringern kann, zeigt ein Projekt der Sozialstation in Handewitt. Dafür wurde sie jetzt mit dem Altenpflegepreis des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet.

Handewitt. Große Freude und Stolz bei den Mitarbeitern der Sozialstation Handewitt: Das Pflegeteam um Pflegedienstleiterin Karin Pahlke wurde mit dem vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren ausgeschriebenen Altenpflegepreis 2008 ausgezeichnet. Es erhielt die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr Kinaesthetics-Projekt.

"Kinaesthetics ist eine Möglichkeit, die Vernetzung zwischen pflegenden Angehörigen und ambulanten Pflegeeinrichtungen tragfähig zu gestalten. Mit unserem Projekt möchten wir den Patienten, den Angehörigen und auch den Pflegekräften die richtige Art und Weise näher bringen, Patienten bei den täglichen Bewegungen zu unterstützen", erklärt Anja Boysen, die als Tutorin in der Sozialstation Handewitt tätig ist. Als Tutorin begleitet sie Angehörige und Patienten in der praktischen Anwendung, nachdem diese einen 21-stündigen Grundkurs besucht haben.

"In diesem Kurs erfahren die Teilnehmer, wie sie den Patienten mit dem richtigen Bewegungsablauf dabei unterstützen können, tagtägliche Bewegungen selbst auszuführen, ohne dass die Angehörigen mit hohem Kraftaufwand helfen müssen", beschreibt die Pflegedienstleiterin den Kursinhalt. "Diese Art und Weise der Pflege ist sehr rückenfreundlich, da viel Eigeninitiative der Patienten angeregt wird."

Karin Pahlke äußerte sich erfreut darüber, dass sich die Barmer Ersatzkasse in Zusammenarbeit mit dem "Kinaestheticsverein Deutschland" bereit erklärt hat, die Kosten für diesen Kursus für Angehörige zu übernehmen.

Auch bei den 20 Mitarbeitern der Sozialstation kommt das Projekt gut an. Seitdem dieses in der Sozialstation läuft, sei der Krankenstand durch Rückenprobleme merklich zurückgegangen, unterstreicht Karin Pahlke. Und der Zeitaufwand für die Ausbildung und die Begleitung der Angehörigen rechne sich in jedem Fall, denn diese Zeit werde an anderer Stelle eingespart.

Angefangen mit damals vier Mitarbeitern betreut die Sozialstation Handewitt seit 1981 pflegebedürftige Patienten. Heute beschäftigt die Sozialstation 20 hauptamtliche und 20 ehrenamtliche Mitarbeiter, die insgesamt 75 Patienten in der Gemeinde Handewitt betreuen.

.Der nächste Kinaesthetics-Grundkurs beginnt am 28. Februar und es sind noch Plätze zur Teilnahme vorhanden. Die Teilnahme an diesen Kursen ist für Angehörige kostenlos. Die Anmeldung erfolgt über die Sozialstation Handewitt unter 04608 / 263.


 

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