FLENSBURGER TAGEBLATT

 

DLRG-Gruppe löste sich auf: Gemeinde schloss Waldbad

09. März 2010 | Von mei

Die Zukunft des Waldbades in Lindewitt ist ungewiss. Foto: Jürgensen

Lindewitt. Ob und wann das Lindewitter Waldbad in diesem Jahr wieder eröffnet wird, ist noch fraglich. Die Gemeinde hat den Betrieb erst einmal offiziell eingestellt, nachdem die Aufsicht nach Auflösung der DLRG-Gruppe Lindewitt-Handewitt-Löwenstedt nicht mehr sichergestellt ist. Bürgermeister Reinhard Friedrichsen ist allerdings zuversichtlich, dass "wir einen gemeinnützigen Trägerverein" finden werden.

Die Gemeinde könnte das Bad in dem ehemaligen Mühlenteich nach Angaben von Friedrichsen nicht allein betreiben. "Zumindest nicht bei Eintrittspreisen von 1,50 Euro für eine Tageskarte. Da hat ein Trägerverein andere Möglichkeiten." Und höhere Eintrittspreise würden die Besucher sicher kaum zahlen wollen, ist Friedrichsen sicher, denn schließlich sei es ein einfaches Freibad. Schon jetzt sei die Zahl der Besucher mit durchschnittlich rund 20 pro Tag während der Öffnungszeit zwischen dem 15. Mai und 15. September nicht allzu groß. "Es gibt viele attraktivere Bäder, aber sicher kein bislang preiswerteres, das für die Kinder aus der Umgebung auch leicht mit dem Rad zu erreichen ist."

Bisher zahlen Lindewitt und Großenwiehe - von dort kommen auch viele Besucher - 12 000 Euro im Jahr für das Bad. Der größte Anteil kommt allerdings aus Lindewitt. "Und hier gibt es auch einige Leute, die sehr am Erhalt interessiert und somit sicher auch bereit sind, einen Trägerverein zu gründen", meint Friedrichsen. Später könne dann ja eventuell noch die Gründung eines Fördervereins folgen. Sicher sei eines, so der Bürgermeister: Wenn, dann soll der Badebetrieb im Waldbad wieder mit Aufsicht erfolgen.

An der Frage der Aufsicht ist die DLRG-Ortsgruppe Lindewitt-Handewitt-Löwenstedt gescheitert - oder besser gesagt, an fehlendem Interesse, ehrenamtlich mitzuwirken. Und weil immer weniger Menschen bereit waren, Arbeit zu übernehmen, hat sich die Gruppe aufgelöst. Ihr letzter Vorsitzender, Henning Peters, der 2007 in dieses Amt gewählt worden war, ist ein bisschen frustriert. Anfang der 60 Jahre war der Ortsverein gegründet worden, es gab Zeiten, da hatte er mehrere 100 Mitglieder. "Zuletzt sind es noch 70 gewesen." Viele seien eingetreten, um Schwimmen zu lernen und Prüfungen abzulegen, hätten dann aber den Verein wieder verlassen. "Von den über 16-Jährigen sind nur noch wenige da."

"Primär haben uns Leute gefehlt, deswegen kam voriges Jahr auch der Auflösungsbeschluss", sagt Peters. Aber inzwischen gibt es für DLRG-Gruppen im nördlichen Kreisgebiet noch ein Problem: In dem neuen Flensburger Campusbad sind die DLRG-Zeiten weggefallen, die es im alten Hallenbad gab. Dort hatte unter anderem auch Lindewitt-Handewitt-Löwenstedt im Winter ausgebildet - Anfänger und nicht zuletzt auch Rettungsschwimmer für das Waldbad. Bei Auflösung der Gruppe sollten ihre Hallenbad-Zeiten an die DLRG-Gruppe am Holmark-See gehen. "Alle hoffen, dass die Zeiten-Diskussion noch zu einem guten Ende kommt", sagt Peters. Für sich hat er eine andere Lösung gefunden: Da er der DLRG treu bleiben wollte, ist er jetzt in Husum aktiv.


 

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