FLENSBURGER TAGEBLATT
Sommerkonzert in St. Marien
Barock-Unterhaltung begeisterte Zuhörer
Flensburg. "Unterhaltungsmusik" des Barock aus der Feder der Großmeister Bach und Händel. Dazu neun bestens aufgelegte Musiker und ein animiertes Publikum: Das letzte Sommerkonzert in St.Marien geriet zu einem federleicht-brillianten Divertissement.
Diesmal keine Fugen-beschwerte Kantatenwelt des Thomaskantors und keine pathetische Operntheatralik des "göttlichen Sachsen" - hier waren die liebenswürdig-verspielten Seiten dieser beiden Urväter der neueren Musik¬geschichte in den Fokus unwiderstehlichen Musizierens gerückt worden. Matthias Janz und seine Kollegen schienen sich an der eleganten "Gebrauchsmusik" barocker Hofunterhaltung hörbar zu ergötzen - dieser Funke sollte für einen kompletten, durchaus langen Konzertabend auf die Zuhörer überspringen.
Händels Konzerte für Orgel und Streicher dienten einst als Pausenfüller in seinen Opernaufführungen - Matthias Janz ließ dem B-Dur und dem g-moll Konzert die volkstümliche Leichtigkeit, gestaltete die Händelsche Variationslust und Echo-Vorlieben mit abwechslungsreichen Registrierungen und virtuoser Beiläufigkeit - den Streichern war hier nur eine Sekundantenfunktion zugedacht, die sie mit Gelassenheit erfüllten.
Ähnlich, und doch ganz anders der Charakter der Bach’schen "Clavir"-Konzerte. Die beiden selten zu hörenden Werke für drei Cembali und Streicher atmen noch den Geist ihrer italienischen Vorlagen: quirlige Vitalität, unwiderstehlicher Vorwärtsdrang, rauschhafte Klangkaskaden. Für die Streicher des Flensburger-Bach-Ensembles eine eher spielerische Herausforderung, für die drei Cembalisten (Kristian Olesen, Olav Oussoren und Matthias Janz) atemberaubende Schwerstarbeit, die ihnen aber sichtliche Freude bereitete. Bei Bachs berühmtem 5. Brandenburgischen Konzert galt es dann, lockere Eleganz und vollendetes Zusammenspiel als unverzichtbares Fundament für die drei Solisten zu vereinigen. Marcus Honegger (Violine), Thomas Jensen (Flöte) und Kristian Olesen (konzertierendes Cembalo) servierten erwartungsgemäß ihre Parts in mitreißender Manier.
Bei so viel allgemeiner Gelöstheit gab es am Ende eine entsprechende Dreingabe der augenzwinkernden Art: Bachs wirbelnde Badinerie aus seiner 2. Orchestersuite mit einem fröhlich swingenden Flötisten und dreifach-groovender Cembalo-Percussion….
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