FLENSBURGER TAGEBLATT
Flensburg
Wohnungen knapp - die Mieten steigen
Selbst in unsanierten Altbauten wie hier in der Flurstraße zahlen Mieter immer mehr für den Quadratmeter Wohnfläche. Foto: Staudt
Flensburg. Die Nachfrage steigt weiter, doch neu gebaut wird zu wenig - eine Situation, die in Flensburg die Mietpreise langfristig in die Höhe treibt. Dies geht aus der neuen Wohnimmobilienmarktübersicht der HypoVereinsbank hervor. Insgesamt bescheinigt die Studie Flensburg zwar eine stabile Marktsituation. Jedoch seien aufgrund der wachsenden Bevölkerung auf der einen Seite und wenigen Neubauten auf der anderen Seite in Zukunft Knappheiten vor allem bei Mietwohnungen programmiert.
Immer mehr Häuslebauer wirbeln den Markt für Baugrundstücke in Flensburg kräftig auf: Im Vergleich zu 2008 sind die Preise vor allem im den mittleren Lagen gestiegen. Doch der Baugrund ist rar. Die Gartenstadt Weiche ist weitestgehend abgeschlossen, als nächstes größeres Baugebiet steht Tarup Süd-Ost auf der Agenda - allerdings ist der entsprechende Beschluss noch nicht vom Tisch. Thomas Hansen vom Fachbereich Planung hält deshalb erst 2013 einen Baustart für realistisch.
Eigentumswohnungen gehen weg wie warme Semmeln
Bei den Eigenheimen dominieren der Studie zufolge gebrauchte Häuser das Angebot, neue Eigenheime finden sich vergleichsweise wenig auf dem Markt. Die Nachfrage ist auch hier groß, entsprechend sind die Preise gestiegen.
Eigentumswohnungen in bevorzugten Lagen gehen weg wie warme Semmeln. Deshalb sind auch hier die Preise im Vergleich zum Beginn der Wirtschaftskrise 2008 in die Höhe gegangen. Wer in eine neue Wohnung in Stadtnähe investieren möchte, muss mittlerweile bis zu 2500 Euro für den Quadratmeter zahlen. Aber es geht noch teurer: In hochwertigen Objekten mit Fördeblick (zum Beispiel Marina Sonwik) kostet der Quadratmeter bis zu 4000 Euro.
1000 Studienanfänger
Vor allem die steigenden Studentenzahlen sorgen in Flensburg für Bevölkerungswachstum. Im Oktober 2011 begrüßten Universität und Fachhochschule auf dem Sandberg 1000 Studienanfänger, wodurch der Campus nun erstmals mehr als 8000 Studenten zählt. Entsprechend ist vor allem die Nachfrage nach kleinen Appartements und Wohnungen gestiegen. Dem gleichen Trend folgen die Mietpreise: Von Neustadt bis Solitüde - in allen Wohnlagen ist es teurer geworden und dieser Trend hält an. Dazu tragen auch Sanierungsmaßnahmen bei, denn je besser die Gebäudequalität, desto höher die Mietpreise.
Die Stadtplanung hat dieses Thema schon länger auf dem Tisch. "Wir arbeiten intensiv an Stratgien, um vor allem im günstigen und mittleren Segment neuen Wohnraum zu schaffen", erklärt Stadt-Sprecher Clemens Teschendorf. "Verdichtung der Innenstadt" laute deshalb das Hauptziel, denn dieser Bereich wird von Zuzüglern - vor allem Studenten - nachgefragt. Dabei setzt die Stadtplanung vor allem auf Geschosswohnungsbau. Ein Umsetzungsbeispiel sind die FAB-Pläne für den Sandberg: Auf zwei leeren Grundstücken sollen dort etwa 100 neue Wohnungen in mehrstöckigen Gebäuden entstehen - im unteren bis mittleren Preissegment. "Die Nachfragen in diesem Segment haben deutlich angezogen", hat Planungssprecher Hansen beobachtet. Noch bestehe hier jedoch kein akuter Druck. "Wenn Flensburg aber weiter wachsen will, muss auch sichergestellt werden, adäquaten Wohnraum anbieten zu können."
Eine Wohnraumanalyse vom schleswig-holsteinischen Innenministerium prognostiziert, dass in Flensburg bis 2025 etwa 5800 neue Wohnungen benötigt werden. Die zum 1. Februar von der Stadtverwaltung neu geschaffene Stabsstelle für "Urbanes Wohnen" ist wohl ein Schritt zur Bewältigung dieser Aufgabe.
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