FLENSBURGER TAGEBLATT

 

"Innovations-Oscar"

Wo Flensburg am innovativsten ist

11. November 2009 | 04:20 Uhr | Von Vanessa Barth

Vier Freunde guter Ideen: Minister Jost de Jager, Star-Gast Alfred Biolek, Stadtwerke-Chef Matthias Wolfskeil sowie Klaus Markmann von der IHK (von links). Foto: Michael Staudt

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Da ist Startkapital: 80000 Euro gingen gestern Abend an die vier Sieger des Ideenwettbewerbs um den "Innovations-Oscar" in der Phänomenta.

Flensburg. Der Verein "Flensburg innovativ" hatte den Preis ausgelobt und gleichzeitig prominente Gäste aus Wirtschaft und Politik geladen - darunter der gerade vom Wissenschaftsstaatssekretär zum Wirtschaftsminister aufgestiegene Jost de Jager. Der CDU-Politiker lobte die eingereichten Konzepte "als Treibstoff wirtschaftlicher Entwicklungen und damit der Nährboden für neue Arbeitsplätze". Innovationen seien selten das Werk einzelner Erfinder, sondern eines funktionierenden Systems, in dem Erfindergeist und Wettbewerb sich gegenseitig begünstigen. Der Verzahnung von Hochschulen und Wirtschaft und einem daraus resultierenden reibungslosen Technologietransfer kommt deshalb eine gravierende Bedeutung zu.

Der Verein "Flensburg innovativ" speist sich aus 1,5 Millionen Euro, die die Stadtwerke im Jahr 2000 auf einem Teilverkauf ihrer Komtel-Anteile erlösten. So hatte auch Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner gestern Abend auch berechtigten Grund zur Freunde: "Es macht Spaß zu sehen, wie der Wettbewerb insgesamt und die ausgewählten Projekte im Speziellen aufzeigen, wie besonders stark das Potenzial an Kreativität und Innovation in Flensburg ausgeprägt ist. "

Hauptpreis:
Lösungen für Videotelefonie

Den ersten Platz und damit ein Preisgeld von insgesamt 30 000 Euro sicherte sich Jens Reese, Geschäftsführer der frisch gegründeten Netator GmbH. Die Telekommunikationsfirma hat ein Kommunikationsmodell vorgelegt, das hiesigen Betrieben mehr Flexibilität veschaffen soll. Anstatt eigene Hardware zu erwerben, will Reese für die jeweiligen Unternehmen zugeschnittene Kommunikationsdienstleistungen über ein externes Rechenzentrum anbieten. Dazu gehören Callcenter-Lösungen, aber je nach Bedarf auch Videotelefonie oder Webkonferenzen.

 

Zweiter Preis:
Besser bauen mit Altbewährtem

Preisgünstig und ökologisch bauen – das ist das Ziel von Marius Bierig, Inhaber der Firma Pro Lehm. Seit gut 15 Jahren arbeitet er an entsprechenden Planungs-, Produktions-, und Baukonzepten in Verbindung mit dem Naturstoff. Beim Ideenwettbewerb errang der Unternehmer aus Langballig den zweiten Platz für seine neueste Innovation: ein aus mehreren Schichten bestehender Systemlehmbaustein. Bierig will nun auf dem Betriebsgelände ein daraus bestehendes Musterhaus zu Demonstrationszwecken errichten. Der Preis ist mit 20 000 Euro dotiert.

 

Dritter Preis: Know-how für Jugendliche

Wie lässt sich Spaß, Sport und Lernen geschickt verquicken? Diese Frage hat sich Sportwissenschaftler Prof. Jürgen Schwier gestellt. Herausgekommen ist die Idee eines e-Sportparks, die er im Rahmen des Flensburger Schlachthof-BMX- und Skaterpark mit Dirk Dillmann realisieren möchte. Hier will Schwier es Jugendlichen ermöglichen, Lehr- und Lernmaterial für ihre Sportarten selbst herzustellen. Der Sportwissenschaftler erhofft sich neues Know-how, das den Jugendlichen Vorteile auf dem Arbeitsmarkt bringen kann. Dafür stehen 15 000 Euro zur Verfügung.

 

Dritter Preis: Deeskaltion in der Pyramide

Mobbing und Gewalt werden im Alltag von Lehrern immer präsenter. Gleichzeitig gibt es Befürchtungen, dass es in Deutschland erneut zu einem Amoklauf kommt. Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen alleine, lösen das Problem allerdings nicht, ist Hauptkommissar Ulrik Damnitz überzeugt. Deshalb hat er ein Deseskalationstraining entwickelt, das wie bei einer Pyramide von oben nach unten immer mehr Menschen erreicht. Der entscheidende Vorteil: Die Ausgebildeten werden im Anschluss selbst zu Trainern. Das Projekt wird mit insgesamt 15 000 Euro gefördert.


 

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