FLENSBURGER TAGEBLATT
"The Voice of Germany"
Schafft Michael den Sprung ins Finale?
Er hatte sich innerlich schon verabschiedet - doch Michael Schulte aus Dollerup schaffte den Einzug ins Halbfinale der Show "The Voice of Germany". Heute tritt er mit einem eigenen Song an. Foto: SAT.1/Pro7/Richard Hübner
Dollerup / Berlin. Er hat es tatsächlich unter die letzten acht Kandidaten geschafft. Michael Schulte aus Dollerup (Kreis Schleswig-Flensburg) in Angeln bangte vergangenen Freitag um den Einzug ins Halbfinale bei der Pro7/Sat.1-Castingshow "The Voice of Germany". Seine Konkurrenten Jasmin Graf und Percival kämpften ebenfalls tatkräftig, denn nur zwei der drei Gesangstalente konnten weiterkommen. Und Michael Schulte konnte mit der Ballade "Video Games" von Lana Del Rey überzeugen: Die meisten Anrufer unter den Zuschauern stimmten für ihn. "Dabei hatte ich mich innerlich schon verabschiedet, als wir auf der Bühne standen und auf die Entscheidung warteten", berichtet Schulte.
Doch wie geht es nun weiter? Direkt nach der Show ist er nach London geflogen. Denn im Halbfinale werden die Kandidaten einen eigenen Song darbieten. In London haben Coach Rea Garvey und Michael Schulte seinen Song "Carry me on" geschrieben und aufgenommen: "Wir spielten etwas mit der Gitarre, und plötzlich war da eine Melodie, und dann spielten wir mit Worten, und plötzlich war da ein Text", sagt der 21-Jährige. Der Song sei ruhig und gefühlvoll. "Er passt genau zu meinem Stil", meint Schulte. Für ihn ist es"ein wunderschönes Gefühl, mit dem eigenen Song auftreten zu dürfen". Man müsse sich dem Song nicht anpassen, nicht verinnerlichen, was er bedeutet, "denn es ist ja mein Song - er ist so, wie ich fühle, wie ich denke, wie ich es bin". Darüber hinaus habe er selbst mitgeschrieben, an einem ganz neuen Song. "Das Publikum hat keine Erwartungen - wenn das Lied ankommt, bedeutet das Erfolg."
Schulte hofft auf Unterstützung aus "meinem geliebten Norden"
Mit diesem Song wird er nun heute versuchen, ins Finale zu kommen. Und was ist, wenn es wirklich so weit kommen sollte? Was, wenn der Angeliter tatsächlich im Finale steht? "Es ist unglaublich, wie weit ich gekommen bin - und doch möchte ich noch nicht gehen", ist das einzige, was Schulte dazu sagt. Zurzeit bestehe sein Leben aus einem Termin nach dem anderen, und damit sei er sehr glücklich. Er hoffe auf die Unterstützung der Zuschauer, gerade aus "meinem geliebten Norden".
Was, wenn er es nicht schafft? "Darüber möchte ich gar nicht nachdenken. Aber auf jeden Fall geht das Musikleben weiter." Zu sagen, dass Schulte nicht viel erreicht hat, wäre nicht richtig: Tausende haben sich bei "The Voice of Germany" beworben; genaue Zahlen möchten Pro7 und Sat.1 nicht verraten. Gleichzeitig wird seine Stimme immer wieder gelobt. Das Jurymitglied Alec von "The Boss Hoss" beispielsweise sagte in einer Show: "Du hast etwas ganz Besonderes in deiner Stimme", Sängerin Nena nannte Michael Schulte einmal einen ihrer Lieblingskandidaten.
Das ursprünglich holländische Castingformat "The Voice of Germany" wurde häufig gelobt. Kritiker befanden die Fernsehsendung für besser als andere Formate, da "die Juroren die Sänger mit Respekt behandeln und keiner bloßgestellt wird", so der "Stern". Die ersten Runden werden nicht gefilmt, bei der ersten Show im Fernsehen sieht die Jury nicht die Kandidaten, bewertet nur nach Stimme. Für Michael Schulte war gerade dies der Anlass, um sich zu bewerben: "Bei ,The Voice’ wird man als Musiker ernst genommen - andere Casting shows sind nicht musikerfreundlich." Das zeigen auch die Quoten: Drei bis fünf Millionen Zuschauer schalten freitags auf Sat.1 ein. Und diesen Freitag ist es das zweitletzte Mal. Schulte meint: "Ob ich ,The Voice’ bin oder nicht: Ich habe mehr über Musik gelernt als je zuvor."
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