FLENSBURGER TAGEBLATT

 

Ziel für 2016

Hängende Gärten: Faber will die Landesgartenschau

27. Januar 2012 | 04:40 Uhr | Von Joachim Pohl

Platz für die Gartenschau? OB Faber will die Topografie der Stadt – hier das Lautrupsbachtal – einbeziehen. Foto: dewanger

Chancen einer Bewerbung sollen kurzfristig sondiert werden / Topografie soll hervorgehoben werden

Flensburg. "Die Landesgartenschau 2016 könnte ein Zukunftsprojekt für Flensburg sein", sagte Oberbürgermeister Simon Faber gestern in der Ratsversammlung. In den kommenden Tagen fällt eine Vorentscheidung, ob sich Flensburg tatsächlich um die Ausrichtung dieser besonders publikumswirksamen Veranstaltung bewirbt. Heute tagt im Rathaus ein informeller Kreis, um die Modalitäten einer Bewerbung zu besprechen sowie Chancen und Risiken abzuwägen. In einem weiteren Schritt müsste der Ausschuss für Umwelt und Planen eine konkrete Beschlussvorlage diskutieren und absegnen, damit im März die Ratsversammlung eine förmliche Bewerbung Flensburgs beschließen kann.

Einen konkreten Ort hat der Oberbürgermeister gestern noch nicht ins Feld geführt. Eine Bewerbung müsste aber die Topografie Flensburgs einbeziehen, die Hanglagen, die maritimen Elemente berücksichtigen. "Wir wollen damit etwas Bleibendes schaffen", betonte Faber, und man strebe nicht ein "blumiges Event" am Stadtrand an. Bei einer Landesgartenschau in Flensburg könne man kreativ überlegen, wie man einen Stadtteil "neu und besser aufstellen kann", man könne aber auch über den "raffinierten Anbau von Grün oder über hängende Gärten" nachdenken. Nicht zuletzt könnte "eine tolle Gartenschau 2016 einen Spannungsbogen hin zur Kulturhauptstadt Sonderburg 2017 schlagen", an deren Bewerbung Flensburg beteiligt ist.

Faber ließ die Gartenschau-Initiative in einen allgemeinen Ausblick auf das Jahr 2012 einfließen, das erneut von Bemühungen der Finanzkonsolidierung geprägt sein müsse. Helfen könne dabei der Finanzcheck durch externe Beratung; der werde neue Bereiche eröffnen, allerdings müsse der Rat dann auch entsprechende Beschlüsse fassen. Zuletzt forderte Faber den Rat auf, die Begeisterung, die Besucher für Flensburg zeigen, "nach innen und nach außen zu tragen - es wird sich für uns alle lohnen."


 

Leserkommentare

 
REINHARD W. 27.01.2012 08:32
Von der Idee her...

vielleicht gar nicht einmal soo schlecht. Nur sollte nicht vergessen werden, daß es auch "ein Leben nach der Landesgartenschau" gibt. Der raffinierte Anbau von Grün und die über hängenden Gärten müssen auf Dauer sehr kostenintensiv gepflegt werden. - Aber vielleicht beteiligt sich die Kulturhauptstadt 2017 ja an den Kosten...oder die schmieren die Brötchen für den nächsten Bürgerempfang...

DER PROVOKANT 27.01.2012 11:20
Pusteblume

@REINHARD W.....Der raffinierte Anbau von Grün und die über hängenden Gärten müssen auf Dauer sehr kostenintensiv gepflegt werden-
WIE WAHR WIE WAHR!
Aber die Kostenverursacher sind dann nicht mehr greifbar, weil ausgeflogen(worden).

Wenn es Herrn Faber ums GRÜN geht, ja dann könnte ihm das Grünamt schon weiterhelfen, oder einfach über die Grenze schauen. Aber nur weiter so auf der Suche nach Profilierung.

UDO DAMERAU 27.01.2012 12:16
VORSICHT - KNEBEL !

"Auf den Königswiesen darf kein Gewerbe stattfinden. Das untersagen die Förderbestimmungen für die Landesgartenschau von 2008 -

>>>>>>>>>>>>>>>> und zwar für die Dauer von 20 Jahren."

HANS ANDERSEN 27.01.2012 12:57
Blütenträume kosten nichts......

so lange es Träume bleiben. Die Stadt verweigert ehrenamtlichen Helfern die jährliche Ehrung - zu teuer.
Die Stadt hat nicht einmal mehr Geld für einen ordentlichen Bürgerempfang - zu teuer.
Nun können sich einige ein Denkmal setzen, können öffentlich in würdigem Rahmen sich zeigen - da spielt Geld keine Rolle mehr?
Dem TBZ wurden schon jetzt für Anlagenpflege 100,000,-- € gestrichen(jährlich), wer soll denn in Zukunft die neu erstellten Flächen pflegen?
Die Herren und Damen sollten sich bei Städten erkundigen, es ist sicherlich ganz einfach, welche Kosten auf die Stadt zukommen. Damit wird sich alles erledigt haben, so schön die Träume sind.

RUDI FREUNDLICH 29.01.2012 09:34
Wir haben kein Geld..

und überall wird gestrichen. Nach dem, was ich bisher in der Presse gelesen habe, haben die Gartenschauen den Städten Schleswig und Norderstedt erhebliche Kosten verursacht, zusätzlich zu den Steuermillionen, die aus anderen Staatskassen (Steuerzahlerkassen) gekommen sind.

Bevor also überhaupt eine Entscheidung getroffen werden darf, sollten die Zahlen der bisherigen Gartenschauen auf den Tisch. Wenn hier keine Gewinne ausgewiesen werden, darf Flensburg sich nicht bewerben!! Wir haben kein Geld für Prestigeobjekte.



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