FLENSBURGER TAGEBLATT
Landessinfonieorchester
"Wir verdoppeln die Abo-Zahl!"
Flensburg. Mihkel Kütson ist überzeugt: "Das wird eine ganz tolle Konzertsaison!" Der Chef des Landessinfonieorchesters fiebert mit seinen Musikern dem Auftakt der Spielzeit entgegen. Und vor dem Hintergrund der Bedrohung des Orchesters durch die Sparpläne der Landesregierung ist er fest entschlossen, nicht nur etwas für die Kultur zu tun, sondern auch für ihre wirtschaftliche Basis: Die Zahl der Konzert-Abonnements (heute 469) soll bis zum Saisonstart am 22. September verdoppelt werden.
Gleich beim Auftakt erwartet das Publikum ein echter Hammer: Barenboim kommt! Zwar nicht der Barenboim, aber immerhin sein Sohn Michael, ein ganz hervorragender Geiger, der den Solopart in Beethovens berühmtem D-Dur-Violinkonzert spielen wird. Der 1985 geborene Barenboim jr. hat natürlich auch schon mit seinem Vater zusammen konzertiert und als Kammermusiker das "Erlenbusch-Quartett" gegründet.
Für Mihkel Kütson ist Beethoven so etwas wie ein Pate in der Ahnenreihe der klassischen Komponisten. Deshalb hat er dem ersten Konzert den Untertitel "Der Pate" gegeben. "Jedes Konzert der Spielzeit hat einen Filmtitel bekommen", erklärt er, und bisweilen gibt es auch eine direkte Verbindung zum Programm. So beginnt das dritte Konzert am 1. Dezember mit einer Suite aus dem Film "Der englische Patient"; der Komponist heißt Gabriel Yared, geboren 1949.
Mit dem zweiten Konzert führen Kütson und das Sinfonieorchester das Publikum über den Großen Teich in die USA. Das Motto heißt demzufolge "Lichter der Großstadt". Hauptwerk des Abends ist Dvoraks berühmte 9. Sinfonie "Aus der Neuen Welt". Weniger bekannt, aber nicht weniger attraktiv ist das Cello-Konzert von Samuel Barber, der vor allem für sein "Adagio for Strings" berühmt ist. Zum Auftakt erklingt die Suite für Jazzorchester Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch.
Der aus Estland stammende Dirigent Mihkel Kütson, der heute in einer Woche 39 Jahre alt wird, zählt nicht nur Noten in der Partitur und Musiker im Orchestergraben. Er zählt auch die Konzert-Abonnements und hat festgestellt, dass es zu wenige sind. "Da müssen wir etwas tun", so Kütson. Und er rechnet den Musikfreunden der Region vor, dass man mit dem Abonnement zu einem erheblich kostengünstigeren Musikgenuss kommt. Das Abo mit acht Konzerten kostet in Flensburg von 113 bis 177 Euro; das sind 14 bis 22 Euro pro Konzert. "Bei einem Abo bekommen Sie ein ganzes Konzert umsonst!", rechnet Kütson vor.
Wer sich erst nach dem ersten Konzert entscheiden will, kann das auch tun; es werde dann ein Abo mit sieben Konzerten geben, verspricht der Generalmusikdirektor. Einen besonderen Tipp hat er für Unternehmen und Institutionen: "Erwerben Sie doch Abos und reichen Sie sie weiter an musikinteressierte Mitarbeiter oder an gemeinnützige Organisationen, die sie bedürftigen Musikfreunden schenken!"
Lust auf mehr? Das Flensburger Tageblatt jetzt
2 Wochen kostenlos testen.





