FLENSBURGER TAGEBLATT
Kultur macht Schule
Was für ein Theater im Alten Gym
Flensburg. Mit Fragen über Fragen löchern die Schüler Markus Hertel, Operndirektor des Landestheaters: "Was hat es sich mit den vielen Ästen und Agathe auf sich?", "Warum wachsen in dieser Szene Blumen?", "Warum gibt es keine Übertitel?". Aber auch Lob haben die Schüler für die Oper "Der Freischütz" von Carl Maria von Weber übrig: "Ich fand die Szene mit der Wolfsschlucht ganz gut gemacht."
Die Schüler des musisch-ästhetischen Profils des 12. Jahrgangs am Alten Gymnasium haben sich fast zwei Monate mit der Oper beschäftigt. So diskutierten sie beispielsweise, welche Problematik die Oper vermittelt und welche Unterschiede das Theater im Vergleich zum Film ausmachen. Bevor sie endlich das Stück sehen durften, durften sie die Bühne einmal von vorne und hinten begutachten - der Operndirektor führte sie durch die Räumlichkeiten.
Martin Grosse, Lehrer der Klasse, wollte den Unterricht "einmal lebendiger und praktischer gestalten". Deshalb nahm er Kontakt zum Landestheater auf und war so begeistert, dass er das Projekt fortsetzt mit einer anderen Klasse und dem Stück "Evita".
Zum Ende des aktuellen Projekts kamen der Operndirektor und der Sänger Kai-Moritz von Blanckenburg zu den Schülern in die Klasse und beantworteten alle Fragen, die die Schüler parat hatten. Besonderes Interesse hegten die 17- und 18-Jährigen für den Beruf. Kai- Moritz von Blanckenburg antwortete entspannt. "Während des Gesangstudiums stellt sich heraus, ob man eine Chance in dem Beruf hat", erklärt von Blanckenburg. Als die Schüler nach dem Gehalt fragen, wirft Markus Hertel ein, dass dies auf die Größe des Schauspielhauses ankommt. "Es gibt A-, B-, C- und D-Häuser, wobei D-Häuser die kleinsten sind", erklärt Hertel. Die Größe staffelt sich nach Größe des Orchesters - nicht des Hauses allgemein.
Hertel erzählte auch von der Planung eines Stücks: "Sänger werden nach Stimmlage ausgesucht, Schauspieler nach Typ - Kai ist beispielsweise als Bass häufig ein Vater oder der Bösewicht."
Eines erstaunte die Jugendlichen besonders: "Sänger spielen in mehreren Stücken gleichzeitig, an den größten Häusern manchmal 15, 20 Stücke", wie von Blanckenburg erklärte. Die Schüler waren jedoch auch von der Oper verblüfft, wie Grosse erzählt: "Viele gingen heraus und sagten: ’Das war besser, als ich dachte’."
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