FLENSBURGER TAGEBLATT

 

Stoltebülls Bürgermeister zieht offiziell Schlussstrich unter Windpark-Pläne

19. November 2011 | Von uk

Bürgermeister Hans-Jürgen Schwager dokumentierte per Unterschrift die Rücknahme des Mai-Beschlusses der Gemeindevertretung. Foto: U. KÖHLER

Stoltebüll. Letzter Akt im Windpark-Streit von Stoltebüll: Bürgermeister Hans-Jürgen Schwager unterzeichnete jetzt ein Schreiben an das Innenministerium - über das Amt Geltinger Bucht nachrichtlich auch an den Kreis Schleswig-Flensburg -, mit dem er laut Gemeindeordnung die Aufhebung des Beschlusses der Gemeindevertretung vom 18. Mai dieses Jahres mitteilte. Verbunden damit ist die Bitte, die von dem mit der Planung befassten Ingenieurbüro gemeldete Fläche "Windpark Drült" bei der Teilfortschreibung des Regionalplanes V nicht - das Wort nicht ist unterstrichen - zu berücksichtigen.

Die Rücknahme des Beschlusses des Gemeinderates, in Drült eine Windkraft eignungsfläche auszuweisen, basiert auf dem Ergebnis des Bürgerentscheides (wir berichteten), wonach eine große Mehrheit der Bürger sich gegen die Ansiedlung eines Windparkes entschieden hatte.

Vor diesem letzten Akt hatten die Mitglieder des Abstimmungsausschusses unter Vorsitz von Schwager - mit dabei seitens des Amtes Geltinger Bucht war Susanne Jürgensen - ein letztes Mal getagt, um das Ergebnis des Bürgerentscheids abschließend festzustellen und öffentlich bekanntzugeben. An den Zahlen - 663 Wahlberechtigte, 464 abgegebene Stimmen, 274 für die Aufhebung des Beschlusses der Gemeindevertretung - hat sich nichts geändert. Zu dem neunköpfigen Ausschuss hatten Gemeindevertreter ebenso gehört wie auch Mitglieder der Interessengemeinschaft "Pro Stoltebüll"- und damit Gegner eines Windparks Drült.

Sie alle zeigten sich erleichtert, dass die Abstimmung ruhig verlaufen war, sprachen von einem "guten Klima". Lob gab es dabei auch für die Mitarbeiter der Amtsverwaltung, die jederzeit für die Beantwortung von Fragen bürgernah zur Verfügung standen. Seitens der Amtsverwaltung erklärte Susanne Jürgensen, "dass wir mit dem Thema durch sind". Bürgerentscheide gebe es schließlich nicht alle Tage. Mit einem solchen war sie bis dahin nur 1992 befasst und zwar in der Gemeinde Steinberg im Alt-Amt Steinbergkirche. Damals ging es um den Anschluss des Ortsteiles Habernis an die zentrale Kanalisation - auch das wurde im Bürgerentscheid abgelehnt.


 

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