FLENSBURGER TAGEBLATT

 

Maritimes und Mehr

Schiffsmodell für alle Sinne

22. Februar 2012 | 04:40 Uhr | Von Antje Walther

Auslaufmodell: Bei "Maritimes & Mehr" am 28. Februar im Schifffahrtsmuseum dürfen Spenden für ein neues Schulklassenschiff fließen. Petra Petermann, Präsidentin des Soroptimist International Club Flensburg, und Museumschef Thomas Overdick laden dazu ein. Foto: dewanger

Maritim-musikalische Lesung der Soroptimisten soll helfen, Schiffsmodell für Schulklassen zu erwirtschaften

Flensburg. Mit zwei kleinen Winden lässt sich der Ladehaken an Land manövrieren und wieder zurück an Bord, schwer beladen mit den Waren für den Laderaum im Rumpf des Zweimasters. An diesem Schiffsmodell komme es beim Be- und Entladen auf die Zusammenarbeit an, sagt Museumspädagogin Susanne Grigull.

Und weil dies "Generationen von Schulkindern" in den letzten zwei Jahrzehnten erprobt und erlernt haben, wird es Zeit, das Modell aus altem Schultischholz durch ein neues zu ersetzen. Ihr Vorgänger habe es als Provisorium bauen lassen. Immer wieder, wenn Schulklassen im Schifffahrtsmuseum eingekehrt sind, sei es zum Einsatz gekommen. Und wie! Gleichauf mit dem Tauschlagen habe es die größte Anziehung auf die Besucher ausgeübt, sagt Grigull. Beim Hin- und Wegstellen "blieb immer mal ein Mast auf der Strecke" und sei deshalb wohl "hundert Mal repariert worden", berichtet die Museumspädagogin.

Jetzt, da die Neueröffnung des Museums an der Schiffbrücke (am 9. März) bevorsteht und die Zeichen auf Anfassen stehen, soll auch das Schiffsmodell eine Verjüngung erfahren. Der Museumspädagogik wird nach der festen Stelle im vorigen Jahr nun buchstäblich eigener Raum eingeräumt. Museumsdirektor Thomas Overdick erklärt, dass das Konzept des Museums dem dänischen Modell des "Spielens und Lernens" folge. Hier sei das Spiel nicht bloßer Selbstzweck, sondern vermittelt Wissen durch Interaktion.

Dies harmoniert auch mit dem gesellschaftspolitischen Engagement der Soroptimisten. Ein Arbeitsschwerpunkt des Flensburger Clubs von 37 berufstätigen Frauen in verantwortungsvollen Positionen liegt auf "Bildung und Kultur".

Um dem Schifffahrtsmuseum Besucherströme zuzuführen und damit auch pädagogische Ziele zu unterstützen, lädt der Soroptimist-Club Flensburg gemeinsam mit dem Hausherrn anderthalb Wochen vor der Neueröffnung zum Abend "Maritimes & Mehr". Texte "zwischen Ringelnatz und Melville", Petuh-Plaudereien von Hilke Rudolph und Musik von den "Schippern" kündigt Petra Petermann für den 28. Februar ab 19.30 Uhr an. Sie ist seit Oktober Präsidentin des Clubs; durch das Programm des "maritim-musikalischen Leseabends" führt ihre Vorgängerin Meike Starke. Die Musik komme von einem Trio, das "Lieder von der Seefahrt im Geist der früheren Zwanziger auf eine charmante, augenzwinkernde Art" präsentiere, schwärmt Overdick. Für eine Spende von 10 Euro erwirbt jeder Gast sogleich eine Eintrittskarte ins Museum nach der Eröffnung am 9. März. Außerdem werden gespendete Kunstwerke und Köstlichkeiten verkauft, ergänzt Petermann. 150 Karten sind im Umlauf und werden in der Sonnen-Apotheke am Twedter Plack und im Museum selbst verkauft. Mit dem besonderen Abend will der Museumschef den schönen neuen Saal beleben, der frisch nach hölzernen Möbeln und Gebackenem aus dem Café duftet.

Internet: www.si-flensburg.de


 

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