FLENSBURGER TAGEBLATT
Neue Vereinbarung mit Salacgriva
Die Gastgeber aus Salacgriva und die Handewitter Gäste nach der Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung. In der Mitte: Staatspräsident Valdis Zatlers rechts neben Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen ( vorne 4. von links). Foto: Kirschner
Handewitt. Das zweiseitige Schriftstück, integriert in einen festen, dunkelblauen Einband, ist das offizielle Souvenir. Die gut 20-köpfige Delegation aus Handewitt brachte von ihrem Besuch in der lettischen Stadt Salacgriva eine neue Partnerschaftsvereinbarung mit - sowie viele Eindrücke und Erfahrungen. "Das war ein wichtiger Vitaminstoß für die Partnerschaft", fasste Handewitts Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen den fünftägigen Trip ins Baltikum zusammen.
Unumstrittener Höhepunkt war die Stippvisite des lettischen Staatspräsidenten Dr. Valdis Zatlers, der dem vierten lettisch-deutschen Partnerschaftsforum teilweise beiwohnte. In seinem Grußwort ermunterte er die Teilnehmer "zu kreativen Lösungen bei der freiwilligen Selbstverwaltungsaufgabe". Diese jährlich stattfindende Konferenz hat sich seit 2007 als Netzwerk aller an einer deutsch-lettischen Kooperation beteiligten Gemeinden, Kreise und Freundeskreise etabliert. Zahlreiche Referate und Gespräche drehten sich um Berufspraktika, Ausbildung, deutschen Sprachunterricht, die umfassenden Gebietsreformen in Lettland oder die Finanz- und Wirtschaftskrise, die den baltischen Staat fest im Griff hat.
Die gesamte Konferenz hatte ein professionelles Flair - mit Simultan-Dolmetschern und großem Gruppenbild wie bei einem G8-Treffen. Mittendrin, feierlich unterlegt mit Klaviermusik, wurde die Partnerschaftsvereinbarung zwischen Salacgriva Novads und Handewitt neu aufgelegt. Nach kommunalen Änderungen auf beiden Seiten war diese notwendig geworden. "Wir verstehen die neue Erklärung als Ergänzung zu der alten von 2004", sagte Handewitts Bürgermeister. Speziell der kulturelle, kommunale und wirtschaftliche Austausch soll vertieft werden, wobei die ehrenamtlich arbeitenden Vereine und Institutionen stärker eingebunden werden sollen.
Deshalb reisten auch gut 20 Handewitter nach Salacgriva. Zahlreiche Bereiche des örtlichen Lebens waren so in der Partnerstadt vertreten. "2004 waren die Letten mit 50 Personen bei uns, eine so große Handewitter Delegation hat es aber noch nie gegeben", erklärte Bürgermeister Christiansen. Neben dem allgemeinen Ablauf gab es Gelegenheiten für spezielle Einblicke. Ellunds Wehrführer Richard Andersen nahm Kontakt mit dem Löschwesen in Lettland auf, Pastor Hans-Jürgen Friedrichsen fand sich in einer "binationalen Kirchenvorstands-Sitzung" wieder, und Unternehmer Klaus-Dieter Stotz beschäftigte sich mit ökonomischen Projekten in Salacgriva. Zwei Schülerinnen der Gemeinschaftsschule waren in einer Camping-Anlage im Biosphärenreservat untergebracht und untersuchten unter anderem die Wasserqualität des Flusses Salac.
Per "SMS-Ticker" waren alle über den guten Verlauf der vorgeschalteten Rad- und Motorrad-Tour von Handewitt nach Salacgriva unterrichtet. Bürgervorsteher Bernd Rehmke traf pünktlich in der Hafenstadt ein und überreichte einen Scheck in Höhe von 1700 Euro an Bürgermeister Dagnis Straubergs. Die Summe ist für die von beiden Kommunen betriebene "Stiftung humanitäre Hilfe" gedacht. Zuletzt half dieser Fonds einer Familie, die enorme Kosten für die häufigen Untersuchungen eines Kindes in einer Spezialklinik in der Hauptstadt Riga zu tragen hatte.
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