FLENSBURGER TAGEBLATT

 

Mit Können und Talent ins Landesfinale

06. Februar 2012 | 04:20 Uhr | Von rüh

Die Teilnehmer des Regionalwettbewerbs "Jugend musiziert 2012" im Schleswiger Kreishaus mit Musikschulleiter Willi Neu (2. von rechts) und Landrat Bogislav-Tessen von Gerlach (rechts).

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"Jugend musiziert" - 57 Kinder und Jugendliche zeigten, wie gut sie ihre Instrumente beherrschen / Erstmals Orgelnachwuchs im St.-Petri-Dom

Schleswig-flensburg. Es ist die wohl bedeutendste Talentschau für den Musikernachwuchs - der Wettbewerb "Jugend musiziert". Auf regionaler Ebene fand am Wochenende in Schleswig der Entscheid für die Teilnehmer aus dem Kreis Schleswig-Flensburg statt. 57 Kinder und Jugendliche zeigten ihr Können. 25 von ihnen werden den Kreis beim Landesentscheid in Lübeck vertreten.

Trotz klirrender Kälte, Schnee und teils langen Anfahrtswegen: Beim Veranstaltungstag von "Jugend musiziert" lief in der Schleistadt alles wie am Schnürchen. Eltern und Verwandte der Teilnehmer kamen mit ins Kreishaus, in den Dom und in die Kreismusikschule, um beim Vorspielen ihrer Schützlinge dabei zu sein.

Ein halbes Jahr hat sich beispielsweise Nil Martin Winiecki vorbereitet - da sollte zum großen Tag alles perfekt sein. Der neun Jahre junge Flensburger spielt Alt- und Blockflöte, seit er fünf ist. Vor der Jury gab er unter anderem den "Fledermaus-Swing" und den "Eichhörnchen-Step" von Hans Georg Lotz zum Besten. Er selbst wirkte, verständlicherweise, ein wenig nervös - seinen Eltern dagegen war der Stolz auf ihren Sohn anzumerken, es überhaupt in den Regionalwettbewerb geschafft zu haben.

Das ist es auch, worauf es Willi Neu ankommt. "Es geht darum, sich dazu zu entschließen, mitzumachen. Es geht ums Dabeisein", sagte der Leiter der Kreismusikschule. Der Wettbewerb schaffe prägende Momente, es komme auf das Training, das Sich-Auseinandersetzen mit der Musik und dem Instrument an. "Dann haben die Kinder und Jugendlichen schon davon profitiert - das ist das musikpädagogische Konzept, das hinter ,Jugend musiziert’ steckt."

Und das ist aufgegangen: Insgesamt

19 Mal konnten Neu und Landrat Bogislav-Tessen von Gerlach den Satz "weitergeleitet nach Lübeck" bei der feierlichen Bekanntgabe der Jury-Wertungen im Kreishaus aussprechen. Das meint: Der jeweilige Kandidat oder das Duo oder Ensemble darf am Landesentscheid von Jugend musiziert an der Musikhochschule in der alten Hansestadt teilnehmen. In jeder Kategorie, unterteilt nach Altersgruppen, gab es viele erste, wenige zweite und dritte Plätze.

Erstmals fand ein Teil des Wettbewerbs auch im Schleswiger St.-Petri-Dom statt. Denn das Instrument dreier Kandidaten hätte weder ins Kreishaus noch in die Musikschule gepasst - die Rede ist von der Dom-Orgel. An ihr zeigten, in der Geschichte des regionalen Entscheids ein absolutes Novum, Maximilian Kutsche, Kathrin Lorenzen und Sanne Lorenzen ihr musikalisches Können. Übrigens, bundesweit einmalig: Die 17-jährige Sanne stammt aus Süddänemark. Ganz unbürokratisch wurde ihr die Teilnahme ermöglicht. Die sympathische Schülerin spielte unter anderem die Toccata (Suite Gothique) von Léon Boellmann, die als prachtvolles "Klanggewitter" unter den Gewölben des Doms schwebte - und den Zuhörern eindrucksvoll zeigte, wie anders das Instrument klingen kann, wenn es nicht nur brav zur Untermalung von Kirchengesang dienen muss.


 

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