FLENSBURGER TAGEBLATT
Mobiler "Brutkasten" fürs Perinatal-Zentrum
Im Notfall: Kinder auf unsichtbaren Händen tragen
Bei der Übergabe des Transport-Brutkastens (v.l.): Thomas Pflanz von der Björn-Steiger-Stiftung mit dem Kinder-Krankenpfleger Palle Schendel und Chefarzt Dr. Michael Dördelmann. Foto: sh:z
Flensburg. Die Kinderklinik des Flensburger Diakonissenkrankenhauses hat von der Björn-Steiger-Stiftung einen neuen Transport-Inkubator für die optimale Beförderung von Früh- und Neugeborenen erhalten. Der moderne transportable "Brutkasten", der zunächst als Leihgabe zur Verfügung steht - ist für den Einsatz im Baby-Notarztwagen der Klinik vorgesehen, der rund um die Uhr für eine schnelle und dringende Verlegung von kleinen Intensivpatienten zur Verfügung steht.
Der von der Firma Dräger in Lübeck entwickelte Inkubator macht einen Transport der Babys auch per Hubschrauber oder per Seenotrettungskreuzer möglich. Damit können alle Frühgeborenen und kranken Neugeborenen aus dem gesamten Norden Schleswig-Holsteins für eine spezielle medizinische Versorgung sicher nach Flensburg verlegt werden. Der Transport-Inkubator verfügt über modernste Infusionspumpen, Monitoring-Systeme, Absauggerät, Beatmungsgerät sowie eine Sauerstoff- und Druckluftversorgung.
Der Preis des Inkubators, den der Projektleiter der Björn-Steiger-Stiftung Thomas Pflanz dem Chefarzt der Diako-Kinderklinik Michael Dördelmann jetzt überreichte, liegt bei rund 120 000 Euro. Viele Sponsoren und Spender hatten die Anschaffung ermöglicht. Für das Perinatal-Zentrum ist die Leihgabe ein wichtiger Schritt: "Mit dem Inkubator sind wir technisch auf dem neuesten Stand", erklärte Dördelmann. "Obwohl noch nicht alle Gelder gesammelt sind, haben wir gute Hoffnung, dass das im Laufe dieses Jahres passieren wird", so Dördelmann weiter. Es solle weiter für einen neuen Baby-Notarztwagen gesammelt werden, dessen Preis bei 200 000 Euro liegt.
Das Problem ist oft der weite Weg, den die Frühgeborenen oder Babys bis nach Flensburg zurücklegen müssen. Deshalb engagieren sich das Perinatal-Zentrum und die Björn-Steiger-Stiftung für die Anschaffung eines hochmodernen Baby-Notarztwagens. Er soll Frühgeborene oder Babys, bei denen es nach der Geburt zu Komplikationen kommt, von den Entbindungskliniken im Norden Schleswig-Holsteins in die Diako bringen, um ihnen dort bestmögliche Versorgung zu bieten. "Die Anschaffung ist finanziell allerdings nur möglich, wenn sich viele Spender in Flensburg und der Region finden, die das Projekt unterstützen", so Dördelmann.
Die kleinen Patienten werden vom Frühchen-Team des Perinatal-Zentrums in den Entbindungskliniken abgeholt und unter möglichst schonenden Transportbedingungen direkt auf eine speziell ausgestattete Früh- und Neugeborenen-Intensivstation in der Kinderklinik gebracht. Pro Jahr werden hier etwa 30 sehr unreife Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm medizinisch versorgt. Optimal sei es natürlich, so Dördelmann, wenn in diesem frühen Stadium überhaupt kein Transport stattfinden muss. Wenn dies aber nicht der Fall ist und Transporte notwendig werden, sei mit besonderer Achtsamkeit vorzugehen.
In der Region werden Frühgeborene bisher im Notfall in normalen Krankenwagen oder in einem mittlerweile in die Jahre gekommenen Baby-Notarztwagen transportiert. Die kleinen Patienten reagieren empfindlich auf die Stöße, Erschütterungen und Fliehkräfte, die auf den winzigen Körper wirken. Spezielle Baby-Notarztwagen fangen Fahrbahnunebenheiten mit extrem reaktionsschnellen Federungs- und Dämpfungssystemen ab - die Kinder werden wie auf unsichtbaren Händen getragen.
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