FLENSBURGER TAGEBLATT
Hospizdienst sucht weitere Helfer
Suchen neue ehrenamtliche Mitarbeiter: Hannelore Sippel, Claudia Tietz, Uta Dornburg und Monika Grossmann-Meyer (von links). Foto: U.Köhler
Gelting. Zum Selbstverständnis des Vereins "Hospizdienst Nieharde und Gelting" gehört es, sterbenden Menschen zu helfen, ihren letzten Lebensabschnitt bewusst und in Würde zu leben. Dabei fühlt sich der Hospizdienst, der sich ausschließlich aus Spenden und den Beiträgen der 65 Mitglieder finanziert, christlichen Wertvorstellungen verpflichtet - jedoch unabhängig von jeglicher Konfession. In diesem Sinne sind derzeit 20 ehrenamtliche Mitarbeiter - darunter zwei Männer - tätig. Das reicht nicht. Da sind sich Hannelore Sippel (55) und Monika Grossmann-Meyer (56), beide aus Satrup, mit Claudia Tietz (39) aus Kappeln und Uta Dornburg (40) aus Niesgrau einig. Alle vier sind seit 2006 dabei, bilden seit drei Jahren den für Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Arbeitskreis. "Wir brauchen weitere ehrenamtliche Helfer."
Alle 20 Mitarbeiter begleiten Menschen im letzten Abschnitt ihres Lebens, sind aber auch Ansprechpartner von Angehörigen und Freunden der betreffenden Menschen und gewähren Schwerkranken Beistand. Im Durchschnitt 30 Begleitungen im Jahr - das bedeutet, dass der eine und andere der ehrenamtlichen Mitarbeiter für zwei oder auch drei Menschen zuständig ist. Hinzu kommt, dass immer wieder Mitarbeiter aus den verschiedensten Gründen ausscheiden. Vor diesem Hintergrund sucht der Hospizdienst-Verein weitere Frauen und Männer, die sich ehrenamtlich für die Arbeit zur Verfügung stellen und sich im Sinne der Hospizbewegung schulen lassen.
Eine gute Möglichkeit der ersten Information bietet sich Interessenten in einer öffentlichen Veranstaltung morgen ab 18 Uhr im Amtshaus - im Rahmen der Fortbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiter. Pastor Horst Keller aus Flensburg spricht über "Bewältigung von Konflikten im Sterbeprozess" und lädt zum anschließenden Gespräch ein. Ein Informationsabend für neue ehrenamtliche Mitarbeiter folgt am 23. Februar ab 19 Uhr an gleicher Stelle.
Wie die vier ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig sind, aus eigener Erfahrung wissen, ist die Begleitung ihrerseits ein Geben, doch erhalten sie auch viel zurück. Für Menschen da zu sein, das entspreche ihrer persönlichen Lebenseinstellung. Natürlich gebe es viel Betroffenheit, doch bleibe man damit nicht alleine. Die Betroffenheit werde bei den Gruppenabenden und bei Supervisionen aufgearbeitet.
Jüngst hat der Vorstand des Hospizdienst-Vereins beschlossen, dass die Koordination des Dienstes künftig durch Frauke Kuhl auf hauptamtlicher Basis erfolgen soll. Die Grundlage für die Finanzierung sei, wie die Mitarbeiterinnen berichten, die Dokumentation der "abgeschlossenen Begleitungen". Diese werden bei den Krankenkassen eingereicht, die dann ihrerseits nicht nur die Kosten für die Koordination, sondern auch für die Fortbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiter im ambulanten Hospizdienst erstattet.
Mit Aktionen wie beispielsweise bei den Geltinger Tagen oder den Märkten im Gundelsbyer Kuhstall will der Hospizdienst Hemmschwellen abbauen, bewusst machen, dass zum Leben das Sterben dazugehört.
Der nächste Filmabend des Hospizdienstes findet am Montag, 13. Februar, ab 19 Uhr im alten Geltinger Amtshaus statt, gezeigt wird der Streifen "Kirschblüten-Hanami" von Doris Dörrie.
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