FLENSBURGER TAGEBLATT
Das "dicke Ende" nach Schnee und Frost wird teuer
Stoltebüll. Das Lob aus der Zuhörer-Runde, Stoltebüll habe im Vergleich zu anderen Kommunen einen "super" Winterdienst geleistet, hörte Bürgermeister Hans-Jürgen Schwager während der jüngsten Sitzung des Ortsparlamentes gerne. Aber, so sagte er, das dicke Ende komme noch. Tauwetter werde an den Tag bringen, was Schnee, Frost und Streusalz auf den Straßen angerichtet haben: Immer breiter werdende Risse und "wachsende Schlaglöcher". Da kommen auf die Gemeinde erhebliche Instandsetzungskosten zu. Dafür werden ein Sofortprogramm und intelligente Lösungen benötigt.
Besonders schlimm ist es den Worten Schwagers zufolge um den Zustand der Kreisstraße 108 innerhalb der Gemeinde bestellt. Sie sei schon vor Wintereinbruch dringend sanierungsbedürftig gewesen, jetzt "fällt sie auseinander". Sollten auf der Basis eines Gerichtsurteils die Anwohner anteilig zu den Reparaturkosten herangezogen werden, könnte dies für diese teuer werden. Gemeindevertreter August Thomsen, der mit mehreren Kilometern Anlieger ist, sah sich schon eine "Mautstelle für die Benutzung einrichten". Wenn dies auch nicht ganz ernst gemeint war, machte sein Einwand doch deutlich, dass solche Gerichtsurteile auf erheblichen Widerstand stoßen.
Für den Jugendhof Scheersberg kamen Stoltebülls Gemeindevertreter einmütig überein, im Rahmen einer Schuldendiensthilfe 20 Jahre lang 800 Euro für die Sanierung bereitzustellen. Kein Verständnis hatten die Gemeindevertreter für das Nein von Glücksburg, das 20 mal 5800 Euro hätte zahlen sollen. Schwager: "Wenn es um das dortige Spaßbad geht, sollen wir mit bezahlen - doch umgekehrt kommt von dieser Stadt nichts."
Nicht nur über Glücksburg regte sich Schwager auf. Während es für die Gemeinde selbstverständlich sei, eine so wichtige Sache wie den Scheersberg zu unterstützen, würden sich Bund, Land und Kreis vermehrt zurückziehen, Zuschüsse streichen und "die Gemeinden in die Pleite treiben". Da hieße es, dass kein Geld vorhanden sei, während für andere Dinge Milliarden bereitgestellt würden, und sich Schleswig-Holstein einen aufgeblähten Landtag leiste. Das passe alles nicht zueinander.
"Wir haben geplant und viel Zeit investiert - und alles könnte umsonst gewesen sein", meinte Schwager mit Blick auf einen gemeinsamen Bürgerwindpark mit Esgrus. Wenn die Abstände zur Wohnbebauung von 300 auf 500 Meter erhöht werden, sei die "Sache gestorben".
In einer Eilsitzung zur Situation der Kindergärten in Gelting hatten die Gemeindevertreter die vorsorgliche Kündigung des Vertrags mit dem "Spielkreisel" abgelehnt. Der Bürgermeister hatte dann seine Unterschrift verweigert. Das sei richtig gewesen, bekräftigten die Gemeindevertreter jetzt und befassten sich erneut mit dem Thema. Ein Nebeneinander des sportlichen "Spielkreisels" und des kirchlichen "Regenbogen"-Kindergartens unter einem Dach werde nicht funktionieren. Bürgermeister Schwager: "Während die einen herumspringen, beten die anderen - das passt nicht zueinander."
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