FLENSBURGER TAGEBLATT

 

Bodenständige Küche - nur für echte Kerle Foto:

22. Februar 2012 | 03:50 Uhr | Von uk

Mit guter Laune am Herd: Die 14 kochenden Männer haben Spaß an ihren regelmäßigen Küchen-Treffen im Geltinger Peter-Schwennsen-Haus. Foto: U. KÖHLER

Der Männer-Kochkursus des Geltinger Ortskulturrings hat nach 30 Jahren Kultcharakter

Gelting. Ob indisches Putencurry mit Chinakohl, Kotelett mit Kartoffel-Pfanne, Berliner Eisbein mit Erbsenpüree oder Königsberger Klopse mit Kapernsauce, Rote-Bete-Beilage und als Dessert Mascarpone-Bananencreme mit Amarettinis. Für die 14 Männer, die sich mittwochs und donnerstags in der Küche des Geltinger Peter-Schwennsen-Hauses treffen, ist das alles inzwischen kein Problem. Im Gegenteil: "Kochen ist eine Wucht."

"Kochen für Männer" ist ein Angebot des Geltinger Ortskulturrings, und das seit mittlerweile über 30 Jahre. Das Interesse ist ungebrochen, denn Kochen ist für sie alle ein Riesenspaß, den sie nicht missen möchten. Je öfter, umso besser, denn Übung macht den Meister - nicht nur bei den geselligen Kochrunden, sondern auch längst am heimischen Herd.

Seit 2007 gibt der 67-jährige Peter Fertl aus Schwackendorf, gelernter Koch im Ruhestand, den Ton bei der brutzelnden Männerrunde an. Und da kann der gebürtige Berliner, der vier Jahre lang das Unteroffiziersheim in Glücksburg "bekochte", durchaus auch energisch werden. Als einer seiner Kochlehrlinge Kapern für die Königsberger Klopse ablehnte, rief er: "Nix da, die kommen mit rein, denn die Sauce muss nach Kapern schmecken." Einlenkend fügte er später hinzu, dass besagter Kochlehrling, wenn er denn partout keine Kapern mag, diese beim Essen aus der Sauce "fischen" dürfe.

Einmal in der Woche unter sich sein, Spaß haben und dabei ein gepflegtes Bierchen trinken: So lieben die Männer ihre Frauen-freien Abende. Da wollen sie kein Schickimicki, sondern bodenständig kochen - manchmal aber doch mit ein bisschen mediterranem Touch. Das Eindecken des Tisches, um das Gekochte gemeinsam zu verspeisen, gehört dabei ebenso zum Küchengeschehen wie das Abwaschen per Hand.

Gern gepflegter Brauch ist es, dass am Ende eines jeden Lehrganges beim "Abkochen" ausnahmsweise die Frauen eingeladen werden: "Dann zeigen wir, was wir können." Klar, dass die Partnerinnen dann nicht mit Lob sparen.

Seit 14 Jahren zweimal im Jahr dabei ist auch Michael Weber (53) aus dem Hasselberger Ortsteil Schwackendorf. Für Weber ist es längst Ehrensache, sich am Wochenende an den heimischen Herd zu stellen "und nachzukochen, was ich gelernt habe". Dann hat seine Frau Küchenverbot - sie würde ihm nur im Weg stehen.

Ebenfalls aus Schwackendorf kommt Holger Thomsen (52), und das mittlerweile seit 17 Jahren. Längst weiß er, dass Kochen Arbeit ist. Der Dritte im Schwackendorfer Bund ist Günther Brassel (66). Er sei von seinen Mit-Köchen vor drei Jahren "angeworben" worden. Für Klaus Peters aus Kappeln, seit vier Jahren dabei, ist das Kochen in Gelting "das Beste, was es gib".


 

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