FLENSBURGER TAGEBLATT

 

Arztgespräch per Internet

04. September 2010 | Von gat

Wissenschaft trifft Politik: Ronald Trill, FH-Präsident Herbert Zickfeld, Staatssekretär Heinz Maurus (von links). Foto: staudt

Flensburg. "Spitzenmäßig!" Mit diesen Worten lobte Europa-Staatssekretär Heinz Maurus das "eHealth"-Projekt der Fachhochschule Flensburg (FH). Auf seiner Sommerreise, die ihn gestern in die Fördestadt führte, informierte sich Maurus über Projekte, die mit Mitteln der Europäischen Union gefördert werden.

Beim "eHealth", oder auch Telemedizin, geht es um den Einsatz von Informations- und Telekommunikationstechnik im Gesundheitswesen. Was sich kompliziert anhört, ist eigentlich ganz einfach. Ein Beispiel: Mit einem mobilen EKG-Messgerät - so groß wie ein Handy - lassen sich per Telefon die Daten, die der Patient zu Hause selbst gemessen hat, an den Arzt übermitteln. Das Ganze dauert 30 Sekunden. Dies ist aber nur einer von vielen Aspekten, den "eHealth" umfasst. Es geht darum, vor allem älteren Menschen und chronisch Kranken Lebensqualität zu geben, erklärt Roland Trill, Leiter des deutschlandweit einzigen Masterstudiengangs "eHealth" an der FH.

Menschen, die einer kontinuierlichen Versorgung bedürfen, sollen künftig besser versorgt werden - gerade im ländlichen Raum, da beispielsweise unnötige Fahrten zum Arzt wegfallen. Auch auf Reisen könnte dieses System eingesetzt werden, so dass chronisch Kranke mobil bleiben und im Notfall mittels der "eHealth"-Systeme einen Arzt konsultieren können. Und das über Grenzen hinweg: Denn unter Flensburger Leitung arbeiten auch die Ostsee-Anrainer-Staaten an der Entwicklung des Projekts mit. Mittels der Telemedizin werde zudem das Gesundheitssystem vor dem Hintergrund steigender Kosten und der demografischen Entwicklung entlastet, so Trill, da die Patienten mehr Eigenverantwortung übernehmen und Routineuntersuchungen zu Hause selbst durchführen sollen. Maurus versprach, bei den Politik ressorts für dieses Thema zu werben. "Sie haben mich an Ihrer Seite, wenn es darum geht, das weiter zu entwickeln", sagte er. Die Telemedizin trage erheblich zum EU-Ziel der Stärkung des Gesundheitswesens bei.


 

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