FLENSBURGER TAGEBLATT

 

Fruerlund

Ab jetzt wird neu gebaut: Grundstein am Mühlenholz

07. September 2010 | 04:30 Uhr | Von Joachim Pohl

Dankowski: Vertrag verlängert

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Flensburg. 2017 schien Raimund Dankowski dann doch zu weit weg zu sein. Das war ursprünglich der Termin für die Fertigstellung des großen Umbau- und Erneuerungsprojektes des von Dankowski geführten Selbsthilfebauvereins (SBV). Dann wurde es 2015, und mittlerweile sollen die 198 neuen Wohnungen schon in drei Jahren fertig sein. Gestern wurde für den ersten Neubau an der Ecke Gerhard-Hauptmann-Straße/Mühlenholz der Grundstein gelegt.

Für Schleswig-Holsteins Innenminister Klaus Schlie ist das Bauprojekt "Wohnen für Generationen" schlicht "herausragend und zukunftsweisend". Das "ehrgeizige Vorhaben" werde das Gesicht eines gesamten Stadtquartiers "dauerhaft ändern und vor allem verschönern". Die geplanten 55 Millionen Euro, die insgesamt im alten Teil Fruerlunds verbaut werden sollen, seien "gut angelegtes Geld".

Schon im April 2011 sollen die ersten Mieter in den fertig gestellten Neubau einziehen. Es gebe bereits eine Warteliste mit über 100 Interessierten, berichtete Dankowski. Die meisten Mieter in dem Quartier zwischen Mürwiker Straße und Ostlandstraße, an den Stiegen und an der Fruerlundlücke können jedoch während der Arbeiten in ihren vier Wänden bleiben. Denn die Sanierung und Erneuerung von 432 Wohnungen erfolge im bewohnten Zustand.

Glückwünsche hörten der SBV und die Bewohner des Viertels von Torsten Koch (Bauplan Nord), der als Generalplaner das auf vier Jahre angelegte Großprojekt steuert: "Wie bei der Gründung des SBV vor 61 Jahren gehen wir auch heute noch gemeinsam heran an Dinge, die wir allein nicht erreichen können", sagte Koch. Der siegreiche Entwurf der Architekten Axel Waltje und Volker Dücker habe ihn "umgehauen", gestand Koch.

Dankowski wandte sich in seiner Rede ausführlich an Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner, dem er für die "vertrauensvolle Zusammenarbeit" dankte. Fast schon etwas wehmütig erinnerte er daran, dass es vielleicht die letzte öffentliche Veranstaltung des SBV mit Tscheuschner sei, dessen Amtszeit im Januar endet und der bekanntlich nicht erneut kandidiert.

Tscheuschner ging noch einmal auf die Übernahme der städtischen Wohnungsbaugesellschaft "Wobau" durch den SBV ein, die vor vier Jahren von der Ratsversammlung bei nur einer Gegenstimme beschlossen worden war. Das sei eine "absolut richtige Entscheidung" gewesen, denn auch jetzt fließe Geld, das übrig bleibe, nicht in private Kassen.

Wichtige Anlaufstelle im Quartier bleibt auch nach dem Bauprojekt Johannsens Backshop, der allerdings in das neue Gemeinschaftshaus an der Mürwiker Straße (Ex-"Gambrinus") umziehen wird. Es heißt, dass Neuigkeiten aus dem Viertel nicht im Internet stehen, sondern bei Frau Johannsen zu erfahren sind. Hierhin wenden sich viele Fruerlunder auch bei "notwendigen Gesprächen und Kümmernissen", so Innenminister Klaus Schlie.


 

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