ELMSHORNER NACHRICHTEN

 

Polizei plant Kontrollen

Rennradfahrer, Plage der Marsch?

29. November 2010 | 04:50 Uhr | Von Bernd Amsberg

Die Cyclassics sind das einzige offizielle Radrennen, das auch durch den Kreis Pinneberg führt. Foto: Warncke

Pinneberg. Sie kommen fast lautlos - sehr schnell und bevorzugt an den Wochenenden. Meistens tauchen sie zu zweit, manchmal auch nur allein, nicht selten aber sogar im größeren Pulk auf. Eines ihrer beliebtesten Ziele sind die Haseldorfer und Seestermüher Marsch. Doch dort werden sie keineswegs mit offenen Armen empfangen. Die Anwohner, so die Erfahrung der Polizei, sind zunehmend genervt über Rennradfahrer. Deshalb befassten sich die Politiker des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses des Kreistags mit dem Thema.

"Es ist uns hinlänglich bekannt, dass Rennradfahrer in der Bevölkerung der Marsch als Plage empfunden werden", sagte Hauptkommissar Bernd Steiner, Leiter des Sachgebiets Verkehr in der Polizeidirektion Segeberg. Einige der Radfahrer verhielten sich nicht so, wie gewünscht.

"Das große Problem sind die Radtourenfahrten, die zuhauf stattfinden", sagte Steiner. Radrennen dürfen nur unter Erfüllung bestimmter Auflagen stattfinden. Und das kostet Geld. Deshalb sind auch die Cyclassics das einzige offizielle Radrennen, das durch den Kreis Pinneberg führt. Deshalb, so die Erfahrung des Beamten, werde auf Radtourenfahrten, "das sind verkappte Radrennen", ausgewichen. "Da werden zum Teil 180 Kilometer Strecke absolviert mit einem Durchschnittstempo von 35 bis 40 Kilometern pro Stunde", berichtete der Beamte.

Dass derartige Veranstaltungen gefährlich für Anlieger und Spaziergänger seien, liege auf der Hand. Das Problem: Es wurde bereits einmal eine Radtourenfahrt untersagt, "doch da hat sich der Kreis eine blutige Nase geholt", so Steiner. Die Politik habe sich eingeschaltet. Aufgrund einer Anordnung aus Kiel habe die Genehmigung dann doch erteilt werden müssen. Nun traue sich niemand mehr, Radtourenfahrten zu untersagen, obwohl davon häufig viele Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung ausgingen.

Schwierig sei es auch, Radfahrer auf die Radwege zu verbannen, so der Polizist. Und auch nicht immer sinnvoll. Wenn 15 bis 20 Rennradfahrer auf dem Radweg unterwegs seien und ihnen komme eine Frau im Rollator entgegen, sei das Gefährdungspotenzial groß. Deshalb ist es seiner Meinung nach meistens besser, die Radfahrer auf den Straßen fahren zu lassen. In diesem Jahr gab es bereits 4623 Unfälle im Kreis Pinneberg, berichtete Steiner. An 342 davon waren Radfahrer beteiligt. In immerhin 152 Fällen waren Radfahrer die Unfallverursacher. 34 Mal waren an den Unfällen ausschließlich Radfahrer beteiligt. "Im Kreis Pinneberg sind die Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt sind, auf gleichbleibend hohem Niveau", sagte Steiner.

Einige Ausschussmitglieder, unter anderem Kai Feuerschütz (CDU) und Helmuth Kruse (Grüne) konnten ebenfalls von Problemen mit Radfahrern berichten. Kruse schlug eine Kennzeichenpflicht für Radler vor, die Steiner jedoch für wenig praktikabel hielt.

Häufig, so Steiner, fehle Radfahrern die Einsicht, wenn sie auf Fehlverhalten hingewiesen würden. Und: "Viele Radfahrer verhalten sich wenig gesetzeskonform." Deshalb, so der Ordnungshüter, sei es an der Zeit "mal wieder einen Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit auf die Kontrollen der Radfahrer zu legen." Er halte es sogar für sinnvoll, daraus "ein landesweites Thema" zu machen.


 

Leserkommentare

 


Lokalausgabe wählen

 
 

Kleingärtnern im Selbstversuch

Ein Sommer auf Parzelle 70. Wie das Leben als Kleingärtner ist, wollen vier EN-Mitarbeiter herausfinden. Ihre Eindrücke schildern sie auf der Sonderseite.

 


Was suchen Sie?

z.B. "Hotel", "Software", "Müller"

Wo suchen Sie?

z.B. "Flensburg" , "Rote Str."

Wen suchen Sie?

z.B. "Hotel", "Software", "Müller"

Wo suchen Sie?

z.B. "Flensburg" , "Rote Str."

 
INSTITUT50PLUS
Lebendig leben...
Angebote für eine aktive Lebensgestaltung
 
HÄUFIG GELESEN

Drei Tote bei Verkehrsunfällen im Norden

Drei Menschen sind am Donnerstag bei Verkehrsunfällen in Hamburg und Schleswig-Holstein ums Leben ...mehr

 
 


KONTAKT | IMPRESSUM | AGB | DATENSCHUTZ