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Windhose: Helgoland räumt auf

14. Juli 2010 | 06:24 Uhr | Von Thomas Klink

Die plötzlich aufgezogene Windhose hinterließ eine Schneide der Verwüstung. Foto: dpa

Helgoland. Die Insel Helgoland am Tag eins nach dem Tornado, der über die Düne gefegt ist. Aufräumen ist angesagt. Bis 12 Uhr ist das Eiland gesperrt. Nur Urlauber, die in den zerstörten Zelten auf dem Campingplatz auf der Nordseite nach ihren Habseligkeiten suchen und die Gäste des Bungalow-Dorfs dürfen auf die Badeinsel. "Der Fährverkehr war bis Mittag gestoppt. So konnten wir einen Katastrophentourismus verhindern", berichtete Helgolands Bürgermeister Frank Botter (SPD) im Gespräch mit unserer Zeitung.

Bereits am Montagnachmittag haben laut Botter die Aufräumarbeiten begonnen. Zerstörte Planen und Zeltstangen seien entsorgt worden. Zudem sicherten Helfer die Wertsachen, die vom Sturm durch die Gegend gewirbelt wurden, damit die Opfer sie wiederbekommen können.

Etwa 50 Campinggäste haben ihren Urlaub abgebrochen und die Insel vorzeitig verlassen; die übrigen Geschädigten, die zunächst kein Zelt-Dach mehr über dem Kopf hatten, wurden entweder in der Turnhalle oder bei Bekannten auf der Hauptinsel, bei Campingfreunden, in den Bungalows oder in Pensionen und Hotels, die kostenfreie Übernachtungen anboten, untergebracht.

Die Fluggesellschaft hat laut Botter auf Einnahmen verzichtet, um Angehörige von Opfern auf die Hochseeinsel zu bringen. Die Bäder schiffe hatten am Montag ihre Abfahrt verschoben. 1500 Menschen blieben an der Landungsbrücke zurück. Auch nachdem sich der Sturm gelegt hatte, warteten sie auf Sturmopfer, die die Insel verlassen wollten.

Die kommenden Gäste werden von der Katastrophe nichts mehr mitbekommen. Helgoland ist bereit für neue Urlauber. "Am Wochenende erwarten wir die ersten neuen Besucher aus Nordrhein-Westfalen", erklärte der Insel-Chef.

Bürgermeister Botter denkt mit Schrecken an das Unwetter zurück, dass die Hauptinsel zwar verschonte, allerdings eine Spur der Verwüstung auf der vorgelagerten Düne hinterließ. "Das muss ich nicht noch einmal erleben", sagte er.

Die Windhose lässt den Insel-Bürgermeister nachdenklich werden. Botter schreibt dieses Wetterphänomen dem Klimawandel zu. "Auf der Insel merken wir das als erste", sagte er. Dabei denkt er nicht nur den Sturm. Auch die sich erwärmende Nordsee sei ein Anzeichen. Und - was es auf Helgoland eigentlich nicht gibt - Windstille sieht er als Indiz für den Wandel an.


 

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