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Elmshorn
Unterstützern wird es zu bunt
Die Villa Kunterbunt ist nur noch ein Haufen Schutt. Eine Renovierung scheint aktuell ausgeschlossen. Foto: Krosta
Elmshorn. Aus einer Bretterbude baute die Bahnhofstruppe um den Vereinschef und ehemaligen Vorzeigepunk Andreas Forte Ende 2009 einen alten Bahnschuppen an der Klaus-Groth-Promenade zu einem autonomen Treffpunkt um. Einen Meilenstein in ihrer damals fünfjährigen Vereinsgeschichte wollten die ehemals 45 Mitglieder der Freizeitgruppe Bahnhof setzen. Ihr Vorzeigeprojekt bereicherte auch die Elmshorner Szenelandschaft mit Konzerten, Feten und bunter Unterhaltung. Ob Punks oder Schlipsträger - das rustikale Ambiente des Schuppens gefiel. Doch hatte der Verein von Anfang an mit Randalierern zu kämpfen. Jetzt scheint das Vorzeigeprojekt ein klägliches Ende zu finden. Die geplante Solifete in der Roten Flora stößt in der Elmshorner Szene unangenehm auf. Von Vortäuschung falscher Tatsachen sprechen Aktivisten.
Der Gedanke und die Geste der Roten Flora, den vorwiegend von Punks und Autonomen betriebenen Treff am alten Güterbahnhof zu unterstützen, sei lobenswert, sagen Elmshorner, die früher häufig Veranstaltungen in der Villa Kunterbunt besuchten. Solidarität habe man stets gegenseitig demonstriert. Bereits im vergangenen Jahr kamen bei einer vergleichbaren Unterstützungssparty in der Roten Flora offiziell 2000 Euro für den Erhalt der Villa Kunterbunt zusammen. Inoffiziell soll mehr Geld geflossen sein, heißt es dazu hinter vorgehaltener Hand. Allerdings, so beschweren sich vorherige Unterstützer dieses Projekts und machen keinen Hehl daraus, sei nach der Party im Hamburger Schanzenviertel nie auch nur ein Euro in den Wiederaufbau des Hauses an den Schienen investiert worden. Der Verbleib des Geldes sei ungeklärt.
Die Freizeitgruppe Bahnhof um Chef Andreas Forte, hat, so sieht es aus, alle Aktivitäten eingestellt. Auf zahlreiche Nachfragen unserer Zeitung reagierte Forte nicht. Selbst die Einträge auf den Internetseiten des Vereins enden abrupt im vergangenen Sommer.
Nach der sommerlichen Soli-Fete zerfällt die Villa zunehmend. Müll, Schutt und Schrott prägen das Bild. Hin und wieder übernachten Obdachlose in der baufälligen Ruine. Ein Feuer im Herbst 2011 zerstörte auch noch den letzten nutzbaren Raum. Der Vermieter HochTief hat mittlerweile das Mietverhältnis aufgelöst. Eine hinterlegte Kaution sei mit Mietrückständen aufgerechnet worden, sagen Insider. Sie befürchten, dass der gute Gedanke der Solidarität hintergangen wird und aus dem Benefiz das Gegenteil wird - ein Malefiz. Niemand aus Fortes ehemaligem Umfeld versteht den Hintergrund der neuen Soli-Fete in einer Woche. Sie möchten sich namentlich nicht äußern, fühlen sich aber getäuscht von der Vorgehensweise der Verantwortlichen.
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