ELMSHORNER NACHRICHTEN
Thilo Sarrazin soll raus aus der SPD
Pinneberg. Kein Abend vergeht derzeit, in dem nicht mit oder über den früheren Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin diskutiert wird. Der Mann und seine Thesen, die in seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" vorgestellt, sind hochumstritten. Besonders bei den Sozialdemokraten. Denn Sarrazin hat nach wie vor ein SPD-Parteibuch. Und das will er auch unbedingt behalten. Gegen den Willen seines Bundesvorsitzenden Siegmar Gabriel. Der möchte nichts lieber, als seinem Genossen Sarrazin das Parteibuch abnehmen. Wie stehen die Genossen aus dem Kreis Pinneberg zum angestrebten Parteiausschlussverfahren gegen Sarrazin?
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann ist dafür: "Das, was Herr Sarrazin sagt, ist von der Meinungsfreiheit gedeckt. Es kann aber nicht angehen, dass er so dasteht, als würde er das für die SPD sagen." Dass es ein Juden-Gen oder ein Basken-Gen gebe, habe mit moderner Wissenschaft nichts mehr zu tun. "Herr Sarrazin hat das Recht, seine Ansichten zu vertreten, aber außerhalb der SPD", so Rossmann. Grundsätzlich sei es aber sinnvoller über Integration als über Sarrazin zu sprechen. Elmshorns Bürgermeisterin Brigitte Fronzek hat das Buch nicht gelesen, sondern nur über die Presse etwas erfahren. "Das scheinen mir sehr halbgare Thesen zu sein. Wenn das stimmt, was er über das Juden-Gen gesagt haben soll, grenzt das schon an Rassenwahn. Sollte das so zutreffen, hätte so einer keinen Platz in der SPD", sagt sie. Sie werde das Buch nicht lesen, dafür "ist mir meine Zeit zu schade".
Beate Raudies, Vorsitzende der Elmshorner Rathausfraktion: "Dazu möchte ich nichts sagen."
Siegrid Tenor-Alschausky hat hingegen eine klare Meinung: "Ich halte das für angemessen. Das, was Sarrazin vertritt, vor allem in Sachen Vererbungslehre, ist mit sozialdemokratischen Grundsätzen nicht vereinbar." Deshalb sei ein Ausschlussverfahren in Ordnung.
Auch der SPD-Kreisvorsitzende Hannes Birke hält einen Rauswurf seines Genossen für richtig: "Die Thesen, die Thilo Sarrazin vertritt und die Ursachen, die er dafür ins Feld führt, sind im Wesentlichen erbbiologisch begründet. "Für mich ist das nicht mit dem Menschenbild, das die SPD vertritt nicht zu vereinbaren. Und das ist im Kern ein Grund, Sarrazin aus der SPD auszuschließen, allerdings nach den Grundsätzen der innerparteilichen Schiedsgerichtsbarkeit.
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