ELMSHORNER NACHRICHTEN
"Ich habe mich neu erfunden"
Elmshorn. "Braun, braun, braun ist die Haselnuss" - so ganz textsicher war der Fan nicht, der gestern Schlagersänger Heino in Elmshorn erkannte. Denn die Haselnuss ist eindeutig "schwarz-braun" und der Enzian ist so blau, blau, blau. Macht aber nichts, denn Heinz Georg Kramm, wie er bürgerlich heißt, singt mittlerweile nicht mehr nur die bekannten Schlagerhits, sondern vielmehr klassische Lieder. "Die Himmel rühmen" hat Heino das Programm genannt, bei dem ihn der bekannte Organist Franz Lambert und das Gloria Quartett unterstützen. Am 18. April macht Heino Station in der Elmshorner St.-Nikolai-Kirche.
Heinos Interpretationen der musikalischen Klassiker werden verstärkt von einfühlsamen, dem sakralen Rahmen angepasste Moderation und einer außergewöhnlichen Ton- und Lichtregie des Technik-Teams, verspricht die lebende Legende seinen treuen Fans. Doch was kann man von seinem Konzert erwarten? Wer die Schlager "Blau, blau, blau blüht der Enzian", "Hoch auf dem gelben Wagen" oder die "Schwarze Barbara" erwartet, wird enttäuscht. "Ich habe mich neu erfunden", erklärt die lebende Legende. Vielmehr richtet er sich diesmal mit Interpretationen von klassischen Komponisten wie Schubert, Bach, Mozart und Tschaikowski an sein Publikum.
Heino macht keinen Hehl daraus, dass sein Publikum auch mit ihm älter geworden ist. Rollatoren seien keine Seltenheit, scherzt Heino. Allerdings bekräftigt er gleichzeitig: "Ich habe auch Erfolg bei jüngeren Leuten." Das zeigen die Besucherstatistiken der vergangenen 90 Kirchenkonzerte.
An Selbstvertrauen mangelt es dem Senior der Volksmusik nicht. "Ich kann auch anders als Schlager". Hierfür ist nicht zuletzt seine Frau Hannelore, mit der er am 3. April den 33. Hochzeitstag feiert, verantwortlich. Sie hat sich vor drei Jahren eine Kirchentournee von ihrem Mann gewünscht, und als "guter Ehemann" setzte er diesen Wunsch natürlich sofort um.
Dabei ist die sakrale Musik nichts Neues für Heino. Er kommt vielmehr zurück zum Ursprung seiner Karriere. Als Kirchenknabe sang er im Chor. Die jahrzehntelange Zwischenstation in der Schlagerbranche war Gold wert für den gebürtigen Düsseldorfer. Jetzt, so sagt der alte Hase über sich selbst, sei er ein neuer Heino - zumindest musikalisch.
Die Gäste in der St.-Niko-lai-Kirche können sich neben der Musik zudem auf für eine Kirche ungewöhnliche Lichteffekte freuen. Jedes Lied hat sozusagen seine eigene Illumination - Lichtkomposition, die das Gesamtkunstwerk "Heino" unterstützt. Vier Techniker sind alleine dafür notwendig diese Show umzusetzen.
St. Nikolai sei dazu der passende Ort. "Die Kirche ist einmalig", schwärmt der Volksmusikant, als er gestern von der Empore herab auf seine zukünftige Bühne schaute und sein Konzert vorstellte. Die Gäste dürfen auf jeden Fall gespannt sein. Es gibt viel zu sehen und natürlich zu hören.
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