ELMSHORNER NACHRICHTEN

 

Hervorragende Konzert-Premiere in St. Nikolai

08. November 2010 | Von jro

Das Concerto Elmshorn und der Kammerchor Cantus. Foto: Roolfs

Elmshorn. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden. Eine der Kernbotschaften, die in Kirchen verkündet werden. Besonders eindringlich geht das natürlich mit Musik, dann geschieht es vornehmlich auf lateinisch und existiert in unzähligen Variationen: Gloria in excelsis Deo et in terra pax.

Die Elmshorner erlebten am Sonnabend in ihrer Stadtkirche St. Nikolai die Uraufführung einer neuen Variante dieses uralten Themas, das immer wieder verarbeitet wird. Carsten Barkowski, Leiter des Hamburger Kammerchor Cantus, hatte ein Gloria geschrieben, das in der Krückaustadt erstmals vor Publikum aufgeführt wurde. Premiere gelungen, die Elmshorner applaudierten dem Komponisten und den Künstlern üppig für das Werk.

Begleitet wurden die Hamburger Sänger von den Könnern des Concerto Elmshorn. Beide Ensembles zusammen brachten musikalische Qualität auf hohem Niveau in die Kirche. Besonders Concerto-Leiter Jürgen Groß machte mit seiner Violine das Zuhören zum Genuss. Auch das Zusammenspiel der Musiker und die Kombination mit den Sängern gefielen sehr gut, die hervorragende Akustik in der Kirche wurde von tollen Musikern genutzt.

Gut 80 Zuhörer waren zum gemeinsamen Konzert von Chor und Orchester unter dem Titel "Himmelslust und Erdenlob" gekommen. Eine Mischung, die vor allem im Gloria in D von Antonio Vivaldi zum Ausdruck kam: Dramatik, wie sie der Mission angemessen scheint, den Herrn zu preisen, ist bei diesem barocken Werk immer unterlegt mit einem beschwingten Unterton, der über all der Hingabe die irdischen Genüsse stets im Hinterkopf belässt; auch die gesungene Inbrunst ist schließlich eine Inszenierung.

Das zeitgenössische Werk Barkowskis setze naturgemäß andere Akzente. Es schmeichelte sich nicht ein, es forderte Konzentration. Eine einzelne Stimme, begleitet von einer Violine, dann wieder der Einsatz aller Künstler - Barkowski wollte nicht eingängig sein, er vertonte den umfassenden Anspruch, den die Christen ihrem Gott zubilligen.

Weitere Werke im Programm stammten von Dietrich Buxtehude, Francesco Gemiani, dessen Concerto grosso in D besonders viel Applaus bekam, und Ottorino Respighi.


 

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