ELMSHORNER NACHRICHTEN

 

"Freie Fahrt" für Bau der Brücke

11. Februar 2012 | 04:40 Uhr | Von C. Petersen

Die Stadtwerke Elmshorn werden rund 370 000 Euro der Neubaukosten tragen, weil sie Betreiber des Freibades sind und die Brücke der einzige Zugang für Fahrzeuge zur Anlage auf der Krückauinsel ist. Foto: Carsten Petersen

Gesperrte Mittel von rund 620 000 Euro werden freigegeben / Im Frühjahr kann die Planung beginnen / Bau wahrscheinlich erst 2013

Elmshorn. Die Sperre ist aufgehoben, die Stadt muss den teuren Weg ins Freibad gehen: Für geschätzte 620 000 Euro soll im Verlauf des Krückauwanderweges und des alten Zuganges zum Freibad am Mühlendamm eine neue Brücke gebaut werden. Die Politiker hatten das Geld für das nur 4,05 Meter breite und 13,5 Meter lange Ersatzbauwerk für den Haushalt 2012 nur mit einem Sperrvermerk versehen. Es sollte noch nach günstigeren Alternativen gesucht werden.

Die Idee war einfach und hätte deshalb genial sein können: Der Nebenarm der Krückau, der als Schangenau das Freibadgelände zu einer Insel macht, sollte an der Stelle der maroden Brücke einen verrohrten Durchlass erhalten. Das wäre eine wesentlich günstigere Variante.

Die untere Wasserbehörde stellte aber als Genehmigungsinstanz fest: Der vorhandene Durchflussquerschnitt darf durch ein neues Bauwerk nicht beeinträchtigt werden, weil die zwischen der Elsa-Brändström-Schule und dem Mühlendamm gelegenen Überflutungsflächen diese Größe des Zu- und Ablaufes benötigen. Das schaffen aber kleinere Rohre nicht. Ein entsprechend großes Rohr würde dagegen versanden und es müsste ein aufwändiger Unterbau erstellt werden, damit es nicht im weichen Untergrund versinkt.

Jetzt entschieden die Mitglieder des zuständigen Ausschusses für Stadtwerke und kommunale Dienstleister einstimmig: Die Brücke darf gebaut werden, das Geld wird bereitgestellt. Es soll eine Zwei-Feld-Stahlbetonbrücke mit einer Tragkraft von 42 Tonnen entstehen. Ein derart stabiles Bauwerk muss selbstverständlich nicht für die Fußgänger und Radler auf dem Krückauwanderweg entstehen, wohl aber für den einzigen Zugang für Autos auf das Freibadgelände. Hier müssen auch die Rettungs-, Bau-, Müll- und Lieferfahrzeuge passieren können, hier quert zudem der 30-Tonnen-Kran zum Auf- und Abbau der Traglufthalle das Wasser.

Dennoch erscheint die Bausumme von mehr als 600 000 Euro sehr hoch. Der Grund dafür liegt im Grund: Die Brücke muss sehr tief ins weiche, torfige Erdreich getrieben werden. Sie sieht später wie die heutige Brücke ebenerdig aus, wird aber so tief ins Erdreich verankert, dass sie eigentlich eine Höhe von rund 15 Metern hat. Bereits im Sommer bei den ersten Beratungen sprach deshalb Uwe Forsthoff, zuständig in der Elmshorner Verwaltung für Brücken, von der "wirtschaftlich günstigsten Variante".

Kleiner Trost für die Hüter der Elmshorner Stadtkasse: Die Stadtwerke Elmshorn als Betreiber des Freibades beteiligen sich an den Kosten. Sie zahlen sogar den Löwenanteil, nämlich die Differenz zwischen den Kosten für eine reine Fuß- und Radfahrerbrücke zu einer 42 Tonnen tragenden Fahrzeugquerung: rund 370 000 Euro.

Die jetzige Brücke ist übrigens zum Freibadbau 1952 als dort erste gegründete Brücke gebaut worden. Sie war damals noch primär für Fuhrwerke ausgelegt. 1977 wurde sie dann für schwereren Fahrzeugverkehr verstärkt. Die vorgeschriebenen Prüfungen ergaben bereits 2006 und 2009 starke Schäden, sodass seit Jahren eine Beschränkung auf 7,5 Tonnen Traglast gilt, allein der Kran zum Auf- und Abbau mit passieren durfte.

Wenn das Stadtverordnetenkollegium dem Vorschlag des Ausschusses folgt und während seiner nächsten Sitzung im März den Sperrvermerk aufhebt, können die konkreten Planungen für den Bau der neuen Brücke beginnen. Gebaut wird sie vermutlich erst 2013, weil bei einem Beginn gleich nach Abschluss der Planungen eine Winterbaustelle im Wasser entstehen würde.


 

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