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Streit um die Mitte im Dorf

04. Februar 2012 | 06:25 Uhr | Von mka

Gemeindevertreter diskutieren über neues Baugebiet in der Gemeinde Seeth-Ekholt / Nachfrage nach Grundstücken groß

Seeth-ekholt. Die Gemeinde Seeth-Ekholt plant die Neuaufstellung ihres Flächennutzungsplans. Notwendige, langfristige Veränderungen auf dem Gebiet der Gemeinde sollen in diesem Plan dokumentiert werden. Unter anderen soll ein neues Baugebiet nördlich der Dorfstraße ausgewiesen werden, zwei kleinere Flächen am Maienbrook künftig zu Wohnzwecken bebaut werden dürfen.

Darüber hinaus soll ein Nischenstück der Wiese zwischen Schulstraße, Dorfstraße und Breiter Weg als Mischgebiet ausgewiesen werden. Einig sind sich alle Fraktionen der Gemeindevertretung in Sachen neues Baugebiet und der Flächen am Maienbrook. Die Umwandlung eines Teils der Wiese, es wären zwei Baugrundstücke, sorgt, obwohl die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans mit Mehrheit erfolgte, für Streit.

Die SPD-Fraktion und einige Anwohner wehren sich gegen die Pläne der Gemeindevertretung. Sie wollen eine Bebauung auf jeden Fall verhindern, sammeln zurzeit Unterschriften und werden ihre Einspruchsmöglichkeiten im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes auf jeden Fall nutzen.

Claudia Markmann und Werner Preuß (beide SPD) begründen ihren Widerspruch so: "Diese grüne Ortsmitte ist nahezu einmalig und erhaltenswert. Sie bildet einen dörflichen Ortskern. Wird hier in zweiter Reihe gebaut, dann verliert die Seeth-Ekholter Ortsmitte ihren dörflichen Charakter und erhält einen städtebaulichen." Die SPD-Fraktion verweist ich ihrem Einspruch auf Pläne aus den 1990er-Jahren. Bereits 1995 gab es Überlegungen, diese Fläche in einen Bebauungsplan aufzunehmen. Bereits zu diesem Zeitpunkt wehrten sich zahlreiche Seeth-Ekholter mit folgender Begründung: "Die geplante Bebauung entsteht in zweiter Reihe und führt zu Pfeifenstielgrundstücken, die bislang so in unserer Gemeinde noch nicht anzutreffen sind. Eine Genehmigung dieser Bauart schafft einen Präzedenzfall und wird zu nicht ablehnbaren Folgeanträgen führen."

Der damalige Einspruch hatte Erfolg. Eine dörflich geprägte, grüne Ortsmitte ohne bauliche Entwicklung lautete das damalige, von CDU und SPD getragene Planungsziel schließlich. Preuß bringt es für die SPD heute auf folgenden Punkt: "Die Entscheidung von damals hat auch heute noch Gültigkeit. Der grüne Ortskern muss wahrnehmbar bleiben. Das Kleinod, das wir hier haben, muss auch für die Zukunft abgesichert werden und für unsere Kinder und Enkelkinder erhalten werden. Wird hier gebaut, so gewinnt man nichts dazu, sondern verursacht einen irreparablen Schaden. Wir sind auf diese Fläche nicht angewiesen. Seeth-Ekholt hat den Luxus, dass es hier Flächen satt gibt. Wir dürfen nicht nur darüber entscheiden, was geht, sondern darüber, was Sinn macht und der Bevölkerung langfristig dient."

Dass die Fläche auch noch als Mischgebiet im Flächennutzungsplan ausgewiesen wird, ärgert die SPD-Fraktion besonders. Seeth-Ekholts Bürgermeister Michael Rosenthal (CDU) vertritt einen anderen Standpunkt. Bei der vorhandenen Siedlung handelt es sich bereits um ein Mischgebiet, so Rosenthal und erklärt: "Unser Städteplaner hatte den Auftrag, neben dem neuen Bebauungsgebiet nach weiteren Bereichen an der vorhandenen Bebauung zu suchen, wo eine vernünftige Erweiterung der vorhandenen Bebauung für den Wohnungsbau möglich ist." Eine der Flächen ist die Nische der Wiese.

Der Bürgermeister macht deutlich, dass die Nachfrage nach Baugrundstücken in Seeth-Ekholt sehr hoch ist: "Wenn alle Interessenten tatsächlich einen Kaufvertrag unterschreiben, dann sind die Grundstücke des neuen Baugebietes bereits alle weg." Eine mögliche Bebauung dieses kleinen Stücks der Wiese tut seiner Meinung nach dem grünen Ortskern keinen Abbruch, sondern wäre eine echte Verdichtung der Bebauung.


 

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