ELMSHORNER NACHRICHTEN
Streit in Sparrieshoop: Sporthalle wird teurer
Joachim Naumann und Sören Hamann (beide CDU) kritisierten, dass der Kostenrahmen für den Neubau der Sporthalle erweitert werden soll, ohne dass die Gesamtkosten bekannt sind
Sparrieshoop. Wieder einmal war es der Neubau der Sporthalle, der in der Sparrieshooper Gemeindevertretung für heftige Diskussionen sorgte.
Auf Empfehlung des Finanzausschusses sollte der Kostenrahmen für den Neubau im Haushalt von bisher zwei Millionen Euro auf maximal 2,4 Millionen Euro angehoben werden.
Zum Hintergrund: Der TSV Sparrieshoop und die Gemeinde waren sich zu Beginn der Planungen einig, dass die neue Halle nur dann gebaut werden kann, wenn die Finanzierung durch Fördermittel vom Land und vom Kreis unterstützt wird. Die ursprünglichen Pläne sahen einen Neubau der Halle mit Fertigbauteilen vor. Die Ausschreibung der erforderlichen Arbeiten sollte möglichst kostengünstig zusammengefasst werden. Das Mittelstandfördergesetz sieht allerdings vor, dass jedes einzelne Gewerk separat ausgeschrieben werden muss. So soll eine Beteiligung mittelständischer Handwerksbetriebe an kommunalen Bauvorhaben unterstützt werden. Das Problem: Die Einzelausschreibung verteuert den Neubau um rund 400 000 Euro.
Hans-Jürgen Haack (FWG) sagte: "Durch die Verzögerung und die aufgezwungene Änderung der Ausschreibung werden wir rund 2,4 Millionen Euro ausgeben müssen. Wir müssen unseren bisherigen Beschluss aufheben und einen neuen fassen."
Joachim Naumann (CDU) kritisierte, dass die Gesamtkosten für den Neubau der Halle sowie die Folgekosten für die Unterhaltung bisher nicht bekannt wären. Naumann plädierte dafür, auf die Vollkostenrechnung zu warten und dann zu prüfen, ob die neue Halle finanzierbar ist.
Bei dem vorgesehenen Beschluss würde es sich nur um eine Deklaration handeln, so der CDU-Politiker. "Genau das wollen wir. Wir wollen uns nicht durch das zögerliche Arbeiten des Kreises aufhalten lassen und an unseren Plänen festhalten. Die Vollkostenrechnung ist angefordert", konterte Stephan Kamp (SPD) und erklärte: "Der bisherige Rahmen von zwei Millionen ist nicht mehr anwendbar. Trotzdem sollten wir überlegen, wie es weiter geht." Hier platzte Sören Hamann (CDU) der Kragen. "Ich kann kein Haus bauen und sagen es interessiert mich nicht, was es kostet", schimpfte Hamann und kritisierte diese Haushaltspolitik als "Blindflug im Nebel ohne Radar". Für ihn sähe eine solide Haushaltspolitik anders aus. Hamann bat die Gemeindevertretung, die Kostenrechnung abzuwarten, um dann die Finanzierung zu rechnen und im Nachtragshaushalt zu beschließen. Günter Korff (SPD) geht davon aus, dass die Unterhaltung der neuen Sporthalle ungefähr im Rahmen der Unterhaltung der alten Halle liegen wird. Besonders die Energieeinsparung wird seiner Meinung nach zu Buche schlagen.
Der leitende Verwaltungsbeamte des Amts Elmshorn-Land, Roland Reugels, schlug vor, auf die Antwort des Kreises zu warten. Dann würden die förderfähigen Kosten vorliegen, die eine verlässliche Grundlage für die Finanzierung bilden würden. Reugels empfahl, dies in Ruhe abzuwarten.
Nach einer fünfminütigen Unterbrechung der Sitzung wurde über den Antrag der Freien Wählergemeinschaft abgestimmt. Dieser Antrag sieht vor, den Kostenrahmen auf 2,4 Millionen Euro zu begrenzen. Der Antrag wurde mit den neun Stimmen von FWG und SPD angenommen. Die sieben CDU-Vertreter stimmten geschlossen dagegen.
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