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Eine Verwaltung will fit werden

04. Februar 2012 | 06:20 Uhr | Von Bernd Amsberg

Mitarbeiter von Kreisverwaltung und Barmer Krankenkasse wollen dafür sorgen, dass Ursachen für mögliche Erkrankungen der Verwaltungsmitarbeiter beseitigt werden. Foto: Amsberg

Kreisverwaltung führt betriebliches Gesundheitsmanagement ein / Zunehmender Belastung soll entgegengewirkt werden

Pinneberg / Elmshorn. Die Anforderungen an die Mitarbeiter steigen, die Zahl der Aufgaben wird größer, die der Beschäftigten aber nicht. Der Druck nimmt zu, die psychische Belastung auch. Und das ständige Sitzen am Computer lässt bei vielen Menschen die Rückenmuskulatur schmerzhaft verkrampfen. Die Kreisverwaltung Pinneberg möchte dem entgegenwirken. Deshalb wird künftig ein betriebliches Gesundheitsmanagement eingeführt.

"Unsere Mitarbeiter sind unsere wichtigste Ressource. Wir wollen ihre Gesundheit erhalten und ein attraktiver Arbeitgeber bleiben", nannte Landrat Oliver Stolz die Motive für den Vorstoß. Denn, so der Verwaltungschef, aufgrund des steigenden Drucks auf die Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung komme es teilweise bereits zu Überlastungszuständen. "Hier sind wir als Arbeitgeber gefordert", sagte er. Es gebe einen Belastungswandel in der Arbeitswelt, die psychischen Belastungen würden immer höher, ergänzte Martin Redepennig von der Kreisverwaltung.

Das Durchschnittsalter der rund 650 Mitarbeiter der Verwaltung beträgt 45 Jahre, erläuterte Heiko Willmann, Fachbereichsleiter Steuerungsunterstützung und Service. "Gerade die Älteren tun sich mit zusätzlichen Anforderungen aufgrund neuer Technik schwer. Klassische Maßnahmen wie Rückentraining werden in der Verwaltung bereits während der Pausen angeboten. "Uns sind aber auch die Dinge wichtig, die man nicht immer sofort sieht, die psychische Belastbarkeit", so Willmann.

Und weil man eben viele gesundheitliche Probleme nicht sofort erkennt, hat sich die Kreisverwaltung einen Partner ins Boot geholt. Die Barmer Krankenkasse. Denn der Kreis betritt mit seinem Gesundheitsmanagement zwar Neuland, ist aber kein Vorreiter in Schleswig-Holstein. Die Kreisverwaltungen in Segeberg und Stormarn haben bereits eine derartige Einrichtung, gemeinsam mit der Barmer.

Die Fachleute der Krankenkasse werden eine umfangreiche Befragung durchführen. Dabei geht es nicht nur um mögliche Beschwerden der Mitarbeiter, sondern vordringlich um deren Ursachen. Deshalb wird unter anderem auch nach dem Betriebsklima, der Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz und dem Verhalten der Vorgesetzen gefragt.

Nach dem Auswerten der Ergebnisse soll ein Arbeitskreis Gesundheit den ermittelten Problemen entgegenwirken. Geplant sind unter anderem Vorträge und Beratungen, Firmenfitness-Angebote oder Stressmanagement. "Wir haben viele Fachleute und Berater vor Ort und können auf den Bedarf der Menschen gezielt reagieren", so Werner Siedenhans, Bezirksgeschäftsführer der Barmer Elmshorn. Geplant sind "unkomplizierte Angebote, wenn möglich in der Kreisverwaltung".

Auch der stellvertretende Landrat Lutz Degener (CDU), fand die Idee klasse: "Die Politik kann das betriebliche Gesundheitsmanagement nur als außerordentlich sinnvoll einstufen." Der Personalrat ist ebenfalls mit im Boot. Bislang werde sich um kranke Mitarbeiter bemüht, so Vorsitzender Holger Drescher. Daran werde sich auch nichts ändern. "Künftig wollen wir uns aber auch um die Mitarbeiter kümmern, bevor sie krank werden. Das ist ein völlig anderer Ansatz ", sagte er.

"Gesunde, motivierte und zufriedene Mitarbeiter, ein besseres Arbeitsklima, mehr Teamgeist und mehr Spaß an der Arbeit sind die Ziele des betrieblichen Gesundheitsmanagements", stellte Martin Piepenbrock von der Barmer heraus.

Spätestens im Sommer beginnt die Aktion mit der Befragung der Mitarbeiter.


 

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