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Elmshorn
DRK: Auferstanden aus der Insolvenz
Auch diese gemütliche Ecke gehört zum Veranstaltungszentrum. Von links: Jan-Hendrik Köhler-Arp, Christa Buchholz, Jan Petz.
Elmshorn. Die Räume sind freundlich und hell. Sie sind dekoriert mit hübschem alten Geschirr sowie einer historischen Nähmaschine. In einer Ecke hängen alte Bilder, daneben steht eine Musiktruhe aus längst vergangenen Zeiten. Gestern wurden diese Räume erstmals mit Leben gefüllt. Das Deutsche Rote Kreuz Elmshorn hat seine neuen Räume in der Gärtnerstraße 12 bezogen. Dort wird die neue DRK-Tagesstätte betrieben. Mittelfristig soll daraus ein Veranstaltungszentrum werden.
Für Elmshorns DRK-Vorsitzenden Gunnar Petz ist die Fertigstellung der Räumlichkeiten so etwas wie die Auferstehung des Ortsverbands. Denn der lag nach der Insolvenz 2010 völlig am Boden. "Die Mitglieder waren weg, wir hatten keinen Pfennig auf der Naht", berichtet Petz. Doch einige Getreue krempelten die Ärmel hoch und wagten den Neuanfang. "Viele Menschen in Elmshorn, auch die Politiker, wollten, dass es hier weiterhin ein DRK gibt", sagt Petz.
Dass das DRK benötigt wird, belegen Zahlen: Rund 4500 Besucher kommen jährlich in die Tagesstätte, 20 000 Kleidungsstücke wurden über die Kleiderkammer ausgegeben, 15 000 bis 17 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet.
Da auch die Einrichtung der Tagesstätte im CCE mit in die Insolvenzmasse kam, stand das DRK ohne Begegnungsstätte da. Die Verantwortlichen um Petz und Christa Buchholz, die Leiterin der Tagesstätte, machten sich auf die Suche nach neuen Räumen. Im Herbst wurden sie fündig. Eine 220 Quadratmeter große Fläche eines früheren Gewerbebetriebs in der Gärtnerstraße wurde als neues Domizil auserkoren. Erst im Dezember begann die Renovierung, bei der die ehrenamtlichen Helfer kräftig mit anpackten.
Neben den Gruppen, die bisher schon die Tagesstätte nutzten, ist das DRK offen für weitere. Künftig sollen in dem neuen Zentrum zudem Vorträge gehalten, Seminare und Lesungen sowie weitere Veranstaltungen durchgeführt werden.
Denn das DRK braucht Geld. Während die ehrenamtlichen Helfer im CCE mietfrei unterkamen, kostet das neue Veranstaltungszentrum den Ortsverein rund 10 000 Euro im Jahr. Der Ortsverband bekommt Zuschüsse von der Stadt sowie dem DRK-Kreis- und Landesverband. Außerdem gibt es Einnahmen, unter anderem aus dem Veranstalten von Flohmärkten. Dennoch: "Wir brauchen unbedingt Mitglieder", sagt Petz. Rund 200 sind es derzeit, darunter 120 passive. Deshalb wollen Petz und Co. in den kommenden Monaten kräftig die Werbetrommel rühren. Auch auf Spenden hoffen sie.
Damit es eine Anlaufstelle gibt, soll die Geschäftsstelle des DRK in der Gärtnerstraße demnächst mittwochs und donnerstags von 9 bis 13 Uhr besetzt werden, ehrenamtlich. Ziel ist es, den Verein so aufzustellen, dass er selbstständig existieren und die DRK-Arbeit in Elmshorn weitergehen könne. "Das wird nicht ganz einfach, aber ich bin optimistisch. Mit dem Veranstaltungszentrum ist ein großer Schritt in die richtige Richtung getan", sagte Petz. Im März oder April sollen die neuen Räume offiziell eingeweiht werden.
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