ECKERNFÖRDER ZEITUNG
Riesebyer Katzenhalter sorgen sich um ihre Samtpfoten
Rieseby. Plötzlich waren sie spurlos verschwunden. Eine Gruppe von Katzenhaltern aus Rieseby ist besorgt und aufgebracht. Drei Tage lang waren "Luna", "Maine Coon" und knapp 18 andere Samtpfoten wie vom Erdboden verschluckt. Jetzt sind die Lieblinge zurück, allerdings verwirrt, verletzt, ängstlich. "Seit zehn Tagen bin ich nur am telefonieren. Ich bekomme so viele Anrufe aus Rieseby und auch Kosel. So viele Katzen auf einmal - das kann kein Zufall sein", sagt Alexandra Lienhöft, die ihre norwegische Waldkatze "Luna" ebenfalls drei Tage lang vermisste, jetzt aber wieder im Arm hält. Zusammen mit Anja Greve hat die Tierfreundin Aushänge in der Sparkasse, beim Bäcker und im Edeka-Supermarkt gemacht und ist so zur Anlaufstelle für die verzweifelten Tierhalter geworden, deren Katzen verschwunden waren und zum Teil noch sind, denn "Main Coon" von Familie Marschall hat den Weg nach Hause noch nicht gefunden. Andere sind mit Verletzungen zurückgekehrt, so wie "Fipsy", die Hauskatze von Anja und Carsten Grewe aus Rieseby, beispielsweise mit doppeltem Splitterbruch. "Ein Tierarzt hat bestätigt, dass Fremdeinwirkung, Schläge mit einem Stock oder eine Schlinge dafür verantwortlich sind", sagt Lienhöft empört. Und so hegen sie und ihre Leidensgenossen einen Verdacht und befürchten, dass Schlepperbanden ihr Unwesen im Kreis Rendsburg-Eckernförde treiben, ganze Orte im Umland ausspionieren, und Haustiere heimlich entwenden. "Seit die Grenzen offen sind, ist man davor leider nicht mehr gefeit", sagt Lienhöft, die bereits Kontakt zu der ehrenamtlichen Tierschutzplattform "www.tierdiebstahl.de aufgenommen hat und darüber Kontakt zu Alexandra Bräutigam geknüpft hat. Bräutigam bestätigt: "Es ist Tatsache, dass gefangen wird wie nie zuvor." Dabei ginge es immer in zwei Richtungen: Entweder landen die Felle der Tiere auf dem Schwarzmarkt oder sie würden Opfer illegaler Tierversuche, so Bräutigam. "Meine Tiere kommen nachts nicht mehr raus", sagt Lienhöft und warnt Tierhalter, auch die von kleineren Hunden davor, ihre Tiere aus den Augen zu lassen. Ebenso rät sie jedem Betroffenen, Anzeige bei der Polizei zu erstatten, denn diese liegen der Polizeistation nach Angaben von Polizist Stefan Neumeister in Rieseby bisher nicht vor. Zwar habe er von den Gerüchten gehört, jedoch gebe es bisher nur vage Vermutungen. In Anbetracht dessen, "sei es schwierig, etwas zu unternehmen", so Neumeister. Auch eine Anzeige wegen Missachtung des Tierschutzgesetzes gegen Unbekannt habe bei dieser Informationslage wenig Aussichten auf Aufklärung, sagt er.
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